Blättersitten und Muschelblumen – Max Ernst und die Erfindung der Natur

Bis 22. Dezember

Max Ernst – Le oiseaux, 1976, Lithographie in sieben Farben: hellbraun, dunkelbraun, schwarz, rot, blau, gelb, ocker.

Die Max Ernst Ausstellung in der Herbert Gerisch-Stiftung widmet sich einem der bedeutendsten Maler, Grafiker und Bildhauer des 20. Jahrhunderts. Umfangreiche Leihgaben aus deutschen Museen und privaten Sammlungen machen die Ausstellung, vor dem Hintergrund des zauberhaften Parks der Gerisch-Stiftung, zu einem ganz besonderen Erlebnis. Kurator der Ausstellung, die am 1. September um 12 Uhr eröffnet wird, ist Prof. Dr. Ulrich Krempel, Kunsthistoriker und ehemaliger Direktor des Sprengel Museums Hannover. 

Max Ernst – Affiche pour Déchets d’Atelier, 1968, Fotolithographie in zwölf Farben, Reproduktion nach einer Collage von 1968.

In Paris begann im Umfeld der surrealistischen Bewegung seine Erfindung einer ganz eigenen Natur. Mit der Folge der „Histoire Naturelle“ von 1926 lauscht er den Strukturen seiner Umwelt – wie einem alten Dielenboden – ein unbekanntes, bezauberndes Universum ab:

„Unter dem Namen Naturgeschichte habe ich die ersten Resultate, die ich durch die Prozedur von frottage (Durchreibung) gewann, zusammengetragen. Angefangen bei „Das Meer und der Regen“ bis zu „Eva, die einzige die uns bleibt“. … Und so nahmen diese Zeichnungen den Aspekt von Bildern einer unerhofften Präzision an; wahrscheinlich haben sie die erste Ursache der visionären Heimsuchung offenbart oder das Scheinbild dieser Ursache hervorgebracht“.

Max Ernst, 1948

In teils großformatigen, grafischen Werken – Zeichnungen, Radierungen, Kupferstichen, Lithographien, Fotolithographien – hat Max Ernst sein Universum seit den späten 1940er Jahren weiter ausgebaut. Versteinerte Wälder, kalte Sonnen und Fabelwesen finden sich da in teils strahlender Farbigkeit bis in die 1970er Jahre. Und auch in seinen späten Skulpturen hat der Künstler diese seine eigene Welt personifiziert. Diese umfangfangreiche Ausstellung zeigt grafische und plastische Arbeiten aus den 1920er bis 1970er Jahren, die in der Villa Wachholtz und der Gerisch-Galerie zu sehen sind.