von Gisela Reiners

Kevin Fehling kommt die etwa 500 Meter von seinem Drei-Sterne-Restaurant „The Table“ in der Shanghaiallee zu seiner „Puzzle Bar“ im Campus Tower an der Versmannstraße mit dem eScooter angerollert. Der Eingang zur Bar im 15. Stock liegt ein bisschen versteckt in einem Durchgang, das Namensschild hängt recht weit oben, was ein bisschen an ein „Speakeasy“ erinnert, eine Geheimbar im Amerika der Prohibition, aber das ist so gewollt. Auf Laufkundschaft in dieser Ecke von Hamburgs HafenCity kann sowieso niemand warten.

Über den Dächern der HafenCity

Mag es unten langweilig sein, wird es oben spektakulär: Der Blick über Hamburg, vor allem von der umlaufenden Terrasse, ist atemberaubend. Der lange schmale Barraum ist dunkel, aber nicht düster, das Lichtkonzept großartig, die Drinks neu und ungewöhnlich. Fehlings Souschef Dennis Illies und Barchef Daniel Hammer setzen die Idee um, die Kreativität beim Hervorkitzeln von Aromen für Gerichte in Cocktails zu übersetzen. Dafür wurde richtig investiert, nicht nur in einen Tresen mit hochtechnischem Innenleben, sondern auch in einen Rotationsverdampfer, ein Gerät, das es erlaubt, zum Beispiel Tandoori-Geschmack in Alkohol zu bringen. „Die perfekte Geschmacksintensität“, nennt Fehling das.

Das Team der Puzzle Bar besteht aus Dennis Ilies, Kevin Fehling und Daniel Hammer. © Jürgen Müller

Das Optimum für Hamburg

Etwa 15 Bars haben er und Illies in aller Welt besucht, um das richtige Konzept für Hamburg daraus zu destillieren. Dennoch soll alles ganz locker und unkompliziert zugehen in der Puzzle Bar, „exklusiv, aber cool“, angesagt auch bei jungen Leuten. Spielkram wie Schirmchen im Glas oder ganze Fruchtcocktails gibt es nicht, sondern schlichte Gläser, vielleicht eine Blüte als Dekoration oder das Wort „Puzzle“ in den Eiswürfel geprägt. Das Wesentliche ist der Geschmack, da kann Waldmeister dabei sein oder Rhabarber, Aromen, mit denen Fehling schon früher in seinem Travemünder Restaurant „La Belle Epoque“ Furore gemacht hat. 

Imbiss in Gourmet-Qualität

Zu essen gibt es auch: Hot Dogs. „Die sind einfach zu verspeisen und ihre Variationen endlos. Es gibt die Wurst aus Tofu, Gänseleber oder Wagyu-Beef mit wechselnden Beilagen.“ Vergessen sollte man den Geschmack vom Imbiss. An diesen Hotdogs haben Spitzenköche getüftelt! Der Zuspruch ist enorm und Fehling wirkt zufrieden. Nun hat er ein Restaurant an Land, eins auf dem Kreuzfahrer „Europa 2“ und eine Bar. Was kommt wohl als nächstes?

www.puzzle-bar.de

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