Einfälle zu Abfällen

Installation im Foyer des Rathauses Neumünster

© Kristina Tönnsen

Wer Mitte Mai am Neuen Rathaus vorbeiging, mag womöglich ein wenig ins Staunen geraten sein. Emsig wurden Berge an alten Klamotten, ausrangierte Haushaltsgegenstände, Tüten voller Plastik und haufenweise Elektroschrott in den Sitz der Stadtverwaltung geschleppt. Die Arbeitsgemeinschaft „Kritischer Konsum” von Attac Neumünster zeigt im Foyer des Neuen Rathauses die Installation „MüllWachstum – Einfälle zu Abfällen”, um Denkanstöße zum Thema Klima- und Umweltschutz zu sammeln.

Müllwachstum erlebbar machen

60 Kleidungsstücke pro Jahr kaufen sich Menschen hierzulande im Schnitt, im Meer gibt es bald mehr Plastikmüll als Fische, in deutschen Schubladen lagern 2,9 Tonnen Gold, 30 Tonnen Silber, 1.100 Tonnen Kupfer in 124 Millionen ungenutzten Handys.

Was bedeuten diese Fakten? Wie kann man die Vermüllung ohne moralischen Zeigefinger und „sachlich distanzierende“ Zahlen erfahrbar machen? Die AG „Kritischer Konsum” von Attac Neumünster will mit ihrer Installation zum Hingucken und Nachdenken anregen. Im Foyer des Neuen Rathauses können sich die Besucher:innen noch bis zum 10. Juni zwischen Müllwelten bewegen. Im Tunnel „wie ein Fisch im Wasser“ spürt man die Plastiknähe auf der eigenen Haut, auf dem Fernsehturm türmen sich Elektroschrottteile und auf einem noch intakten Bildschirm läuft eine Präsentation mit Bildern, Fakten und Zahlen. Unter bunten Augen auf einem Styropor-Mobile breitet sich ein Mikado aus bunt besprühten Verpackungen aus, Tablettenblister glitzern auf einem Schirm, Müllfundstücke aus der Natur werden mit Fotos ihres Fundortes gezeigt. Ergänzend informieren lokalen Läden und Werkstätten über ihren Beitrag zur Müllvermeidung durch Wiederverwertung und Reparatur.

Weitere Projekte geplant & Mitstreiter:innen gesucht

Auf der Vernissage Mitte Mai trafen sich circa 70 Menschen. Nach einer Begrüßung vom 1. Stadtrat und Kulturdezernenten Carsten Hillgruber und einer Einführung durch die Aussteller:innen bot ein Projekt der Gemeinschaftsschule Faldera mit der Musikschule Müllpercussion: Rap mit städtischen Pfandbechern, Trommeln auf Blechfässern und Mülltonnen. Beim Wandern zwischen den Müllwelten gab es spannende Gespräche und viel Lob – vor allem aber auch die Frage nach weiteren Ausstellungsorten oder ähnlichen Präsentationen. Wer daran interessiert ist, kann die Gruppe unter folgender E-Mail-Adresse erreichen: kritko-attac-nms@gmx.de.

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