„Aufbruch! Neue Bildungs- und Sozialpolitik im Kiel der Weimarer Republik“

Bis 26. Januar

Was veränderte sich für die Menschen nach der Abdankung des Kaisers und der Ausrufung der Republik? Dieser Frage geht diese Ausstellung im Stadtmuseum Warleberger Hof nach. Plötzlich durften alle erwachsenen Deutschen wählen – unabhängig von Einkommen oder Geschlecht. Im Januar 1919 wurde die Nationalversammlung gewählt, die in Weimar eine neue Verfassung ausarbeitete. „Männer und Frauen haben grundsätzlich dieselben staatsbürgerlichen Rechte und Pflichten“, hieß es darin in Artikel 109. Die deutschen Frauen waren damit die „freiesten der Welt“ (Gertrud Bäumer). In Kiel gab es viele engagierte Frauen – Stadtverordnete, Schulrektorinnen, Ärztinnen – die hier vorgestellt werden. „Das Volksbildungswesen, einschließlich der Volkshochschulen, soll von Reich, Ländern und Gemeinden gefördert werden“, bestimmte Artikel 148. Auch Kiel gründete vor 100 Jahren eine Volkshochschule. Universität, Gewerkschaften und Stadtverwaltung zogen dabei an einem Strang. Das Kursangebot zeigt die intellektuelle Vielfalt der Stadt. Dem neuen Staat lag das Wohl der Kinder am Herzen. So entstanden ebenfalls vor 100 Jahren die ersten städtischen „Kindertagesheime“ und ein „Kindergärtnerinnenseminar“ auf pädagogisch neuestem Stand.

Stadtmuseum Warleberger Hof
Dänische Straße 19, Kiel
Di-So 10-18 Uhr, Do 10-20 Uhr