Im Herbst und Winter haben es so manche tierischen Gäste in unseren Gärten und Parks schwer. Viele unserer heimischen Singvögel zwitschern zu dieser Jahreszeit nicht, überwintern aber still und heimlich bei uns im kalten und nassen Norden – und haben es dabei besonders bei der Futtersuche nicht immer einfach. Gerade bei härterer Witterung, wie extremer Kälte und Frost, können wir den gefiederten Mitbewohnern mit simplen Mitteln durch diese Jahreszeit helfen.

von Gina-Maria Kock

Wer fliegt da eigentlich?

Die meisten unserer Zugvögel haben sich bis Ende Oktober auf den Weg in wärmere Gefilde begeben, weil bei uns die Nahrung knapp wird. So sind zum Beispiel Storch, Nachtigall, Star, Kranich und viele weitere inzwischen kaum noch in Norddeutschland anzutreffen. Sie überwintern in Südeuropa oder Afrika und setzen die ungemütlichen Winter bei uns einfach aus. Anders bei Amsel, Meise, Sperling und Co.: die Standvögel oder Teilzieher bleiben ganzjährig in ihren Heimatgebieten oder nur einige wenige ihrer Art ziehen in den Süden. Für die Hiergebliebenen ist weniger die Kälte gefährlich – viel herausfordernder wird es, ausreichend Nahrung zu finden. 

Meisenknödel und Futterspender

Viele Tierliebende hängen für hungrige Vögel über die Wintermonate mit bunten Plastiknetzen ummantelte Meisenknödel in den Garten oder auf den Balkon. Unter Vogelfreund*innen ist das Thema Fütterung von Wildvögeln heiß diskutiert – generell spricht aber wenig gegen das Füttern von Vögeln, solange man es richtigmacht. Die beliebten Meisenknödel im Netz sind ein guter Gedanke, für die Piepmätze aber gefährlich, weil ihre zarten Beine sich leicht darin verheddern können. Die Knödel können aber gut ausgepackt verfüttert werden. Alternativ bieten sich alle Formen von Futterhäuschen oder -spendern an. Wichtig ist hierbei, dass die Futterstellen nicht verunreinigt werden. Im Idealfall wird der Futterplatz täglich ausgefegt und nur mit kleinen Mengen an Futter neu bestückt. Eine Überdachung kann dabei helfen, dass das Futter weniger schnell verdirbt. Gefüllt mit einer Mischung aus Kernen und Samen, auch gemischt mit etwas Fett wie Kokosöl, ist der Gourmettempel fertig.

Der beste Ort für’s Vogel-Festmahl

Bei der Futtersuche sind besonders die kleinen Singvögel, wie Meisen oder Finken, ständig auf der Hut, ob Fressfeinde lauern. Am besten sind Futterstellen also so platziert, dass Katzen oder größere Raubvögel sich nicht unbemerkt anschleichen können – zwei bis drei Meter von Büschen entfernt. Ist der Fressplatz dicht am Fenster, helfen Aufkleber am Glas, dass die Vögel nicht dagegen fliegen. In der Nähe sollte sich nach Möglichkeit noch eine Vogeltränke mit stets frischem Wasser befinden – dann steht den zwitschernden Gartenbewohnern für einen wohligen Herbst und Winter nichts mehr im Wege.