Wunder der Tiefsee – Fotografien von Solvin Zankl

Bis 15. März

Larve einer Garnele der Gattung Sergestes Die Frisur sitzt ñ auch in 3000 Metern Wassertiefe. Die Larve einer Tiefsee-Garnele aus der Gattung Sergestes tr‰gt einen Kopfschmuck aus fein ver‰stelten Antennen. Die H‰rchen helfen ihr, im Wasser zu schweben. Ihre ausgewachsenen Verwandten m¸ssen hingegen mit den zehn Beinchen paddeln, um nicht abzusinken. Von der eindrucksvollen Haartracht bleiben ihnen nur zwei bis vier lange F¸hler zur Orientierung. Im Rhythmus von Nacht und Tag folgen sie dem Plankton, ihrer Hauptnahrung, in der Wassers‰ule auf und ab. Damit Feinde sie von unten her nicht allzu leicht ausmachen kˆnnen, bringen sie ihren Bauch per Biolumineszenz zum Leuchten. Wassertiefe: 1000 Meter Kˆrpergrˆfle: 1 Millimeter Foto: Solvin Zankl

In dieser Ausstellung im Stadtmuseum Schleswig eröffnet der GEO-Fotograf Solvin Zankl neue Einblicke in die Tiefen der Meere. Auf 50 großformatigen Bildern stellt er Lebewesen vor, die sich unserem Anblick normalerweise entziehen. Die zuweilen bizarren Geschöpfe existieren unter extremen Bedingungen, bei großer Kälte, ohne Licht und unter hohem Druck – ein Lebensraum, der besondere Anpassungsstrategien erfordert.

Larve einer Garnele der Gattung Sergestes Die Frisur sitzt auch in 3000 Metern Wassertiefe. (Foto: Solvin Zankl)

Die enge Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern brachte Solvin Zankl an entlegene Orte und ermöglichte ihm einen Zugang zu seltenen Meeresbewohnern aus bis zu 6000 Metern Wassertiefe. Direkt an Bord der Forschungsschiffe fotografierte er die lebenden Tiere in einem speziellen Aquarium. So entstanden bei Wellengang und Extremtemperaturen faszinierende Bilder, die uns das Verhalten und die Schönheit der Tiefseebewohner zeigen.

Im Vergleich zu seinen Lebensgenossen besitzt der Tiefseestint Bathylagus antarcticus ein lächerlich kleines Mäulchen. Satt wird er in der Tiefsee dank seiner riesengroßen Augen, die jeden Schein einfangen. Die Rezeptoren auf ihrer Netzhaut bestehen anders als bei später entwickelten Gattungen ausschließlich aus lichtempfindlichen Stäbchen. Obendrein sind die Sinneszellen mit einem sehr robusten Sehpigment ausgestattet. So entgeht dem Tiefseestint keines der Leuchtsignale, mit denen andere Fische Partner oder Beute anlocken. (Foto: Solvin Zankl)

Beginnend mit den Einzellern, den vermutlich ersten Bewohnern unseres Planeten, erkundet die Ausstellung den Stammbaum des Lebens. Wie nah uns diese Geschöpfe sind, wird am Ende der Ausstellung deutlich. Die Fische sind als erste Wirbeltiere der Ursprung aller Reptilien, Vögel und Säugetiere – und somit auch unsere Ur-Ahnen. So ist diese Ausstellung auch eine Reise zu uns selbst. Sie führt uns vor Augen, woher wir kommen und mit wem wir unseren Planeten teilen.

Stadtmuseum Schleswig, Friedrichstr. 9-11, Schleswig
www.stadtmusuem-schleswig.de
Di-So 10-17 Uhr

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