Keine Post ist gute Post. Warum? Weil heutzutage meist nur Rechnungen im Briefkasten landen. E-Mails und vor allem Kurznachrichten per App zu versenden, bestimmt die heutige Kommunikation in der Gesellschaft. Sie lassen sich mühelos und dabei schnell ‘mal eben nebenbei verfassen, kommen in Windeseile bei Empfänger*innen an und ermöglichen so eine Unterhaltung rund um die Uhr. Sehr praktisch! Doch sind wir mal ehrlich: Ist die Freude nicht um einiges größer, wenn uns unerwartet eine Karte, ein echter Brief oder gar ein Paket erreichen? In meinem Fall lautet die Antwort jedenfalls: ja.

Karten schaffen Nähe

Im vergangenen Dezember wurden meine Augen ein ums andere Mal groß, wenn ich hinter der Briefkastentür erneut Weihnachtskarten von Freunden und Verwandten entdeckte. Der Gedanke daran, dass eine*r meiner Liebsten sich die Mühe gemacht hatte, für mich eine Karte auszusuchen oder gar selbst zu basteln und ein paar persönliche Zeilen zu schreiben, rührte mich. Jemand hat sich bewusst die Zeit genommen, um mir eine Freude zu bereiten. Das schafft eine Emotionalität und Nähe – auch auf Distanz –, was wohl kaum eine digitale Kurznachricht auszulösen vermag. Natürlich landeten die Grußbotschaften nicht direkt in der Schublade und schon gar nicht im Müll. Stattdessen reihte ich sie wie kostbare Schätze auf der Anrichte meines Küchenschranks auf, wo sie nicht nur dekorativ wirkten, sondern mich vor allem täglich an die liebevollen Gesten erinnerten. Ich kann mich nicht entsinnen, jemals eine E-Mail ausgedruckt und aufgestellt zu haben.

Es kommt beim Verfassen einer Grußbotschaft nicht auf die Kreativität an. Schon einfache, liebgemeinte Worte bereiten Empfänger*innen große Freuden.
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Authentizität zählt

Da so eine kleine Botschaft für große Freuden sorgen kann, möchte ich jede*n animieren, einmal wieder einen Stift in die Hand zu nehmen und postalisch Botschaften zu versenden. Dabei kommt es gar nicht so sehr auf höchste Kreativität an. Denn je authentischer die Nachricht ist, desto stärker ist die emotionale Verbundenheit. Verfassen Sie einen kleinen Gruß oder berichten Sie von einem Ereignis im Alltag. Wer es dennoch kreativer mag, legt etwa als Geschenk sein Lieblingsrezept bei oder versucht sich darin, ein paar Zeilen zu dichten.

Selbst gestalten

Doch Stift und Botschaft allein reichen nicht, um Grüße zu versenden. Es braucht noch die passende Grundlage, um Zeilen niederzuschreiben. Wer einen längeren Text verfassen möchte, benutzt Briefpapier. Sollen es nur wenige liebgemeinte Worten sein, ist die Postkarte die richtige Wahl. Um eine Blankokarte zu verschönern, gibt es etwa die Möglichkeit, in Zeitschriften zu blättern, um dortige Fotomotive passgenau auszuschneiden und aufzukleben. Wer es dezenter mag, greift zu Stempeln mit verschiedenen Motiven. Einmal fix gedrückt, zieren dann Ballons, Eistüten, Blumen und vieles mehr das Papier. Zitate und Sprüche eignen sich ebenfalls für die Gestaltung. Mithilfe von Kalligrafiestiften ist es möglich, eine stilvolle Handschrift auf die Karte zu bringen. Doch auch einfache Stifte, die jede*r in der Schublade liegen hat, eignen sich zu Verzierungszwecken. Mit einem schwarzen, wasserechten Fineliner einen Spruch auf das Papier bringen und die Buchstaben mit farbigen Textmarkern schattieren – schon ziert die Karte ein farbenfroher Hingucker.

Nutzen Sie die Winterzeit für kreative Momente und bescheren Sie Ihren Liebsten eine freudige Überraschung.

Wer jedoch Spaß am Malen, Basteln & Co. hat, kann seine Postkarten etwa mit Sprüchen im Handschriftstil verschönern.
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Ein Beitrag von Nicole Groth

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