Sie liebt das Meer, die Küste und die Kunst. So ist es nur logisch, dass sie alles miteinander vereint. Unter der Namen „KüstenArt“ malt Aleksandra Grzelka-Franke Bilder, in denen sich der Betrachter verliert, die beruhigen und vor allem wunderschön sind. Lebensart Redakteurin Nicole Groth erfuhr von der Künstlerin, vom wem sie ihr Talent zum Malen hat, bei welcher Arbeit sie Muskelkater und Sonnenbrand bekam und wo ihre Bilder demnächst ausgestellt werden.

Wie bist du zum Malen gekommen?

Ich male, seitdem ich praktisch einen Stift in der Hand halten konnte. Meine Mutter erzählt immer, dass ich schon als ganz kleines Kind nie über die Linien im Ausmalbuch gefahren bin und überhaupt konnte ich mich Stundenlang nur damit beschäftigen. Wir kommen ursprünglich aus Polen. Ich bin in der Zeit des Kommunismus geboren und lebte bis zum siebenten Lebensjahr dort. Es gab keine Spielzeuge oder ähnliches, man musste schon sehr kreativ und erfinderisch sein. Stifte und Papier fand man zum Glück aber immer.

Blau ist die vorherrschende Farbe in Aleksandras Bildern.

Von wem hast du dein künstlerisches Talent?

Das Talent habe ich zu 100 % von meinem Vater. Allgemein ist meine Familie sehr kreativ und musikalisch. Mein Vater hat früher auch gemalt, verschiedene Instrumente gespielt und gesungen. Wir teilen die gleiche Leidenschaft und haben früher als ich noch ein Teenie war, viel zusammen musiziert. Ich selbst singe gerne und spiele Klavier.

Hast du ein Atelier, in dem du dich auslebst?

Ich habe leider noch kein Atelier. Das wäre natürlich einer meiner größten Träume. Einen Raum, nur für mich selbst, in dem ich mich kreativ voll entfalten kann und gleichzeitig meine Bilder verkaufen könnte. Ich glaube, ich wäre der glücklichste Mensch überhaupt. Zurzeit habe ich mir eine Ecke im Schlafzimmer für meine Aquarellmalerei eingerichtet und im Flur steht meine Staffelei. Also, sehr provisorisch, aber es geht alles irgendwie.

Verschiedene Techniken kommen bei ihren Arbeiten zum Einsatz – unter anderem das Lettering mit Brushpens.

Verfolgst du einen bestimmten Stil?

Eigentlich nicht. Ich probiere einfach vieles aus. Manches gefällt mir gut, manches nicht so sehr. Es ist ein ständiger Lernprozess. Ich habe schon öfter gehört, dass viele meiner Bilder etwas verspieltes haben. Zu meinen bevorzugten Materialien gehören aber Aquarellfarben, Pinselstifte (Brushpens) sowie Acrylfarben. Aquarellmalerei bringt mir zurzeit sehr viel Spaß. Ich male gerne „nass in nass“ sowie in der Negativtechnik. Außerdem male ich auch digital über das I-Pad. Die vielen Einstellungen ermöglichen es, ganz einfach verschiedene Größen umzusetzen.

Blau ist unter deinen Werken eine vorherrschende Farbe – warum?

Ich mag einfach diese Farbe. Das Meer gehört zu meinen Lieblingsmotiven, dort herrscht auch die Farbe Blau. Und Blau ist die Farbe des Jahres 2020. So heißt auch mein Thema der Kunstausstellung, die man während der Probsteier Kunsttage in dem Restaurant meiner Mutter „Dörpskroog Borowianka“ in Wisch besuchen kann.

Aleksandra liebt die Küste und das Meer und deswegen bringt sie auch am liebsten maritime Motive auf das Papier.

Du malst am liebsten das Meer. Welche Motive findest du dagegen schwierig auf Papier zu bringen?

Es fällt mir sehr schwer, Menschen zu malen. Ich bekomme einfach die Proportionen nicht hin. Das ist auf jeden Fall etwas, an dem ich in Zukunft noch arbeiten muss.

Wie gehst du mit Kritik um?

Konstruktive Kritik finde ich immer hilfreich. Ich habe mal ein Bild gemalt was mir sehr gefallen hat, doch ein gewisser Teil hat mir nicht zugesagt. Durch die konstruktive Kritik eines anderen Künstlers habe ich sofort verstanden, was es war und habe dadurch etwas Wichtiges gelernt. Das hat mich weitergebracht. Dafür bin ich sehr dankbar. Von blöden Kommentaren halte ich nichts und sage auch nichts dazu. Ich habe mittlerweile gelernt, dass es immer Leute geben wird, denen das, was ich mache, nicht gefällt. Dafür wird es aber auch immer welche geben, die meine Kunst lieben und schätzen.

Wie inspirierst du dich?

Meine Inspirationen hole ich mir aus der Natur oder durch tolle Fotografien, die ich mir sehr gerne bei Pinterest anschaue. Aber auch andere Künstler inspirieren mich sehr. So komme ich immer wieder auf neue Ideen.

Ihre Bilder können Interessierte in den sozialen Netzwerken Facebook und Instagram sehen sowie live im Restaurant Dörpskroog Borowianka in Wisch.

Ist während einer Arbeit schon mal etwas mächtig schief gelaufen (z.B. Farbe umgefallen und über das fertige Werk gelaufen)?

Gott sei Dank ist mir so etwas noch nicht passiert. Aber ich habe mal ein Auftragsbild anstatt nach Österreich in die Schweiz geschickt. Das war ziemlich peinlich und ein richtig blödes Missverständnis. Aber es ist zum Schluss doch noch alles gut gegangen.

Wo können Interessierte deine Arbeiten sehen?

Meine Arbeiten kann man zurzeit in den sozialen Medien sehen. Ich habe einen Instagram- sowie einen Facebook-Account. Außerdem habe ich mir im Restaurant meiner Mutter eine kleine Bildergalerie eingerichtet. So haben die Gäste auch etwas zu gucken und die Wände sind gleichzeitig hübsch dekoriert.

Fertigst du auch Auftragsarbeiten an?

Ich habe mal ein paar Auftragsarbeiten angefertigt, aber ich muss sagen, dass es nicht zu meinen Lieblingsaufgaben gehört. Ich fühle mich dabei einfach in meiner Kreativität blockiert. Es setzt mich eher unter Druck und frustriert mich. Der Grund dafür sind einfach die Gedanken, die mich dabei begleiten. Ich frage mich dann solche Sachen wie: Wird es dem Kunden gefallen? Sind es die Farben, die der Kunde sich gewünscht hat? Was ist, wenn ich doch zu frei gemalt habe? Und am schlimmsten ist es, wenn mir das Motiv überhaupt nicht gefällt. Ich bewundere Künstler, die damit keine Probleme haben.

Das Malen ist für Aleksandra ein Ruhepol in ihrem Leben. So kann es passieren, dass sie schon mal neun Stunden am Stück malt, ohne es wahrzunehmen.

Was war bisher dein größtes Projekt?

Ich habe in einem Restaurant am See die riesigen Sonnensegel der Seeterrasse mit maritimen Motiven bemalt. Das war mitten im Sommer und in der prallen Sonne. Es war sehr viel Arbeit, die ich doch ein wenig unterschätzt habe. Danach hatte ich einen mächtigen Sonnenbrand und einen heftigen Muskelkater.

Gibst du auch Kurse?

Kurse habe ich letztes Jahr zum Thema „Lettering“ gegeben. Dass war auch der Grund, warum ich ein Kleinunternehmen eröffnet habe. Die Kurse fanden in der Ostseeklinik Holm statt. Dieses Jahr wollte ich im Gasthaus meiner Eltern Kurse anbieten, jedoch musste ich nach dem Unfall meiner Mutter für sie als Köchin einspringen. Dann kam auch noch das Coronavirus, wodurch erstmal alle Pläne auf Eis gelegt wurden. Auf jeden Fall würde ich sehr gerne wieder Kurse geben. Wie sagt man so schön: Aufgeschoben ist nicht aufgehoben.

Ist Malen lediglich dein Beruf oder doch mehr?

Zurzeit sehe ich die Malerei nicht als meinen Beruf. Es wäre schön, wenn ich irgendwann mal sagen kann, dass ich vom Beruf Künstlerin bin. Aber selbst dann wäre es für mich nicht nur ein Beruf. Es ist für mich mein Rückzugspunkt, mein Ruhepol, mein Therapieplatz, einfach ein wichtiger Teil von mir, den ich zum Leben brauche wie meine Musik.

Das Gesicht hinter KüstenArt: Aleksandra Grzelka-Franke.

Hier finden Sie Bilder von Aleksandra Grzelka-Franke:

online: www.facebook.com/kuestenart
instagram.com/kuestenart_

offline: Dörpskroog Borowianka, Dorfstr. 16, Wisch
Probsteier Kunsttagen, 5.-6.9., 11-18 Uhr