Liebe und Glück wollen gefeiert werden. Deswegen entscheiden sich immer mehr Paare für eine Freie Trauung, anstatt im Standesamt oder in der Kirche zu heiraten. Aber auch die freie Zeremonie braucht einen professionellen Rahmen, damit sie alle Wünsche des Brautpaares erfüllt und wirklich traumhaft wird.

Nicole Groth ist Freie Traurednerin in Kiel und dem restlichen Schleswig-Holstein. Im Lebensart-Interview verrät sie, was eine solche Feier ausmacht und warum jede Liebesgeschichte die richtigen Worte braucht.

Nicole, was ist eine Freie Trauung überhaupt?

Immer mehr Frauen und Männer wollen ihren Hochzeitstag persönlicher gestalten. Im Standesamt oder in der Kirche ist das aber nur bedingt umsetzbar. Mit einer Freien Trauung erleben Paare eine Zeremonie, die ihre Wünsche und Vorlieben berücksichtigt. Sie ersetzt jedoch nicht den Gang zum Standesamt, sondern ist eine feierliche Ergänzung.

Was macht diese Zeremonie zu etwas Besonderem?

Die komplette Trauung ist auf das Glück der verliebten Nordlichter ausgerichtet, auch meine Rede. So sitze ich jedes Mal wieder vor einem leeren Blatt Papier, das ich Zeile um Zeile mit einer wahren Liebesgeschichte fülle. Außerdem können Paare etwa ihre Familien und Freunde in den Ablauf einbinden, ihren Lieblingssong zum Einzug spielen lassen und sich gegenseitig sagen, was sie sich für die Ehe versprechen. Es ist ein so ehrliches und echtes Fest, dass es wirklich Spaß macht, dabei zu sein.

Wo traust du die Liebenden?

Ich traue meine Paare, wo immer sie es wollen. Wenn sie möchten stehe ich mit den Verliebten barfuß am Strand, nehme ihnen im schicken Kleid auf einer Hotelterrasse das Ja-Wort ab oder sitze mit der ganzen Hochzeitstruppe in einer gemütlichen Friesenstube.

Das Ambiente in der Natur ist für viele Paare ein entscheidendes Argument für eine Freie Trauung.
© Andrii Oleksiienko / Adobe Stock

Auf was können sich Paare freuen, wenn sie dich engagieren?

Auf ganz viel Spaß! Ich bin ein humorvoller Menschen und finde es schön, andere zum Lachen zu bringen. Es ist ein Ausdruck purer Freude und die genießt doch wohl jede*r gern – vor allem zum Hochzeitstag.

Folgt in deinen Reden ein Lacher auf den anderen?

Natürlich nicht. Es wird auch gefühlvoll, mitunter mal ernst, vielleicht sogar ein wenig traurig, aber nur kurz, denn der Hochzeitstag ist dafür da, die Liebe und das Glück zu feiern.

Wissen deine Paare also nicht, was während der Trauung auf sie zukommt?

Den Ablauf kennen sie. Den stimme ich mit ihnen ab. Außerdem haben mir die verliebten Nordlichter zuvor im Traugespräch über Stunden von sich erzählt, somit ist ihnen bekannt, welche Geschichten ich erzählen könnte. Doch wie und was ich genau berichten werde, das hören sie erst während der Trauung selbst. Die Zeremonie soll ja schließlich kein „alter Kaffee“ für die beiden sein.

Müssen die Verliebten unschöne Überraschungen fürchten?

Nein, denn ich erzähle nur das, was ich darf. Gutgemeinte Anrufe oder Nachrichten von Trauzeugen & Co., die mir unbedingt eine lustige Geschichte mitgeben wollen, spiegele ich direkt an das Paar zurück. Ich will keine Storys in die Rede einbauen, die den beiden unangenehm sein könnten.

Was sind neben deiner Rede noch Highlights einer Freien Trauung?

Es gibt viele stimmungsvolle Elemente, die eine Freie Trauung ausmachen. Das Ja-Wort ist natürlich das, auf das alles aufbaut. Doch meiner Meinung nach ist das Ehegelöbnis noch viel bedeutungsvoller. Es sind persönliche Worte, die sich das Paar vor den Gästen und mir sagt. Die meisten, denen ich das als Option vorschlage, sagen: Oha, das kann ich, glaube ich, nicht. Vor allem Männer reagieren so. Es ist nicht einfach so emotional, wahre Wort vor anderen zu äußern. Doch das Gelöbnis erschafft einen besonders intimen Moment, in dem das Ehepaar nur für sich zu sein scheint. Im Nachhinein will das keine*r missen. Daneben können natürlich noch Gesangseinlagen, Redebeiträge anderer oder weitere Rituale die Trauung aufwerten.

Was macht dir an dem Job am meisten Spaß?

Dass ich so viele coole und sympathische Menschen kennenlerne. Bisher habe ich mich mit meinen Paaren immer auf Anhieb verstanden. Das ist ein Phänomen, das viele Traurednerkolleg*innen beobachten.

Paare suchen die vom Typ zu ihnen passende Rednerin aus. So stimmt die Basis von Anfang an – und darauf lässt sich wunderbar aufbauen.

Was für ein Typ bist du?

Ich denke, „Kumpeltyp“ trifft es wohl am besten. Ich fiebere zusammen mit den Nordlichtern ihrem großen Tag entgegen, möchten meinen „Freunden auf Zeit“ eine große Freude bereiten und helfe ihnen gern, wo ich kann.

Du bist gelernte Redakteurin, fällt dir das Redenschreiben deshalb leicht?

Ja und nein. Natürlich bin ich eine geübte Schreiberin. Reden stützen sich aber auf das gesprochene Wort. Das war für mich eine neue Herausforderung, auf die ich große Lust hatte und immer noch habe, sie zu meistern.

Und was reizt dich neben dem Texten noch am Job der Traurednerin?

Ich denke, jede*r Redner*in ist eine kleine Rampensau. Und so brauchen wir eine Bühne. Mit meiner Arbeit erreiche ich Menschen und löse etwas in ihnen aus. Damit beschere ich Paaren an ihrem besonderen Tag Momente, die bestenfalls noch lange in Erinnerung bleiben. Und das nur mit meiner Art und meinen Worten – dass das klappt, finde ich selbst verrückt, genieße es aber zu 100 Prozent!

Danke für dieses tolle Gespräch!

Das Interview führte Malin Schmidt.

Nicole Groth – Freie Traurednerin
Tel. 0176 / 43285805
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