Erlebnis Mittsommernacht

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Es gibt Dinge im Leben, die müssen wir nicht nur tolerieren, nein – wir müssen sie sogar schlichtweg akzeptieren, so wie sie sind, ohne Wenn und Aber. An denen lässt sich auch nichts wegdiskutieren, ändern oder ein Kompromiss ausarbeiten. Es ist zum Mäusemelken. Manche Dinge sind einfach fixiert wie festgenagelt, sind so sicher wie das Amen in der Kirche und wie die Banane krumm ist.

Es kommt, wie es kommen muss

Da bringen wir unseren Kindern bei: Wenn du dir etwas ganz fest wünscht, dann geht es auch in Erfüllung. Dabei sind es weniger die Kinder, vor allem und viel mehr viele Erwachsene, junge und alte, die diesen Wunsch des Erlebens hegen oder sich herbeisehnen. Das Verrückte daran ist: Wir wissen schon Jahre im Voraus, dass es passiert. Was schreibe ich – seit Jahrzehnten, tausenden, vielleicht Millionen von Jahren ist es bekannt, so lange wie die Erde so bleibt wie sie ist und ihre Kreise um die Sonne zieht. Es kommt, was wir nicht kommen lassen wollen. Eine Art Langfristprognose mit einer unglaublichen Trefferquote in der Vorhersage selbst auf größte Distanzen. Ansagbar wie die Gezeiten, wie Ebbe und Flut.

Höhepunkte & Naturgewalten

Bei soviel Naturgewalt nützt kein Schütteln und kein Rütteln, jegliche Gegenwehr ist vergeudete Energie. Vielleicht hilft es ein wenig darüber hinwegzukommen, wenn man sich vergegenwärtigt, dass es in diesem Monat nur einige Minuten des Verlustes sind. Dennoch: Der längste Tag des Jahres liegt hinter uns. Und es war mal wieder bezaubernd. Eine einfache aber umso schönere Stimmung der verzaubernd kurzen Nächte, natürlich auch davor und danach. Der Höhepunkt der Mittsommernacht ist erreicht und überschritten. Dass die Tage nun wieder kürzer werden macht sich in diesem Monat kaum bemerkbar, aber passieren tut es schon – ob wir wollen oder nicht, da kann der Wunsch noch so groß sein.

Meeno Schrader

Schon seit seinem 15. Lebensjahr ist das Wetter für Meeno Schrader weit mehr als nur Small Talk. Er hat es an den unterschiedlichsten Plätzen der Welt „getestet“ und lebte und arbeitete unter anderem in Australien, Korea, der Karibik und den USA. Seit 2002 ist er der „Wetterfrosch“ des Schleswig-Holstein-Magazins beim NDR. In der Lebensart verrät er jeden Monat einen Gedanken aus seinen Wetterwelten.

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