Anzeige

Ein Hund im Bus, ein Topf mit Wollmütze – Logopädin Cathrin Fehring gestaltet zauberhaft schöne und herrlich witzige Bilderbuchabenteuer und hilft Kindern ganz nebenbei beim Sprechenlernen.

Lebensart im Norden: Du bist Logopädin – und Künstlerin. Wie kam eins zum anderen? 

Cathrin Fehring: Ich denke, Künstlerin war ich schon mein ganzes Leben lang. Bereits als Kind habe ich sehr gerne gemalt und gezeichnet, habe es im Erwachsenenalter jedoch jahrelang vernachlässigt. Erst durch die Corona-Pandemie im Jahr 2020 habe ich wieder zum Pinsel gegriffen und die Aquarellmalerei für mich entdeckt. Für die Gestaltung des Bilderbuches habe ich mich dann in die Welt der digitalen Illustrationen eingearbeitet. Das war sehr spannend, aber auch herausfordernd, da es sich deutlich von meiner bisherigen Aquarellmalerei unterscheidet. Der Wunsch, Logopädin zu werden, entstand während meiner späten Schulzeit. Ich interessiere mich sehr für Sprache, wollte aber auch unbedingt mit Menschen arbeiten. In meinem Beruf als Logopädin kann ich meine Kreativität auf ganz besondere Weise ausleben.

Kürzlich hast du im Eigenverlag dein zweites Kinderbuch herausgebracht. In beiden Werken erzählst du mit wunderschönen Illustrationen nicht nur eine Geschichte, sondern integrierst darin auch dein Fachwissen. Wie ist es zu den Büchern gekommen?

Die Geschichten habe ich bereits vor vielen Jahren geschrieben und auch in der logopädischen Therapie eingesetzt – allerdings noch ohne Illustrationen. Ich hatte seitdem immer den Wunsch, aus den Geschichten irgendwann Bilderbücher zu entwickeln. Mir fehlte allerdings das nötige Know-how und – ehrlich gesagt – auch die Zeit für so ein Projekt. Wie der Zufall es wollte, bin ich dann im letzten Jahr auf einen Onlinekurs einer Logopädin und Illustratorin gestoßen, in dem es um die Gestaltung eines eigenen Kinderbuches ging. Meine Arbeitgeberin, die von meinem Wunsch und meinem kreativen Talent wusste, hat mich heimlich dort angemeldet und mir damit den entscheidenden Schubser in die richtige Richtung verpasst, wofür ich ihr unglaublich dankbar bin. So bin ich schließlich in die Umsetzung gekommen.

In deinen Geschichten geht es um „den Hund, der in den Bus gepinkelt hat“ oder „den Topf mit der Wollmütze“. Das klingt nach herrlich viel Quatsch im Kinderzimmer!

Oh ja, das ist es auch! Mir ist es besonders wichtig, Geschichten mit viel Witz und Leichtigkeit zu erzählen, die Kinder sofort erreichen und ihnen Spaß machen.

Viele Eltern kennen die Sorge, wenn das Kind Buchstaben vertauscht oder Laute nicht richtig greifen kann. Wie schaffen es deine Bücher, dass Sprachförderung gar nicht nach „Üben“ aussieht, sondern nach einem entspannten Abenteuer auf dem Sofa?

Die Kinder finden in meinen Büchern Identifikationsfiguren, die ähnliche oder sogar gleiche Schwierigkeiten beim Sprechenlernen zeigen. Die Kinder können den inneren Monolog der Hauptfiguren miterleben. Dabei lernen sie ganz nebenbei, dass Sprachlaute eine bedeutungsunterscheidende Funktion haben, und wie wichtig eine verständliche Aussprache ist. Das alles geschieht ohne erhobenen Zeigefinger, sondern auf eine lustige und ansprechende Weise. Außerdem gibt es in beiden Büchern neben der Geschichte einen großen Übungsteil mit vielen abwechslungsreichen Spielen und Rätseln. Meine Bücher sind daher Bilder- und Spielebücher zugleich.

Deine Illustrationen wirken sehr sanft und lebendig zugleich. Welches Gefühl möchtest du den Kindern und Eltern durch diese besondere Ästhetik vermitteln, während sie in die Welt der Laute eintauchen?

Ich möchte mit meinem Stil eine Atmosphäre der Ruhe und Geborgenheit erschaffen, einen Gegenpol zu den vielen schrillen, bunten und reizüberfluteten Bildern unserer modernen digitalen Welt. Ich habe die Illustrationen bewusst minimalistisch gehalten, um den Fokus auf die Geschichte zu lenken.

Was ist deine wichtigste Botschaft an Familien, die deine Bücher lesen – was nehmen die Kinder ganz unbewusst für ihre
Entwicklung mit?

Mir ist wichtig, den Kindern – und auch Erwachsenen – zu zeigen, dass es okay ist, Fehler zu machen, und dass man aus ihnen lernen kann. In meinen Geschichten wird über Irrtümer gemeinsam gelacht – und nicht übereinander!

Zwei Bücher sind nun bereits in der Welt. Wenn du in die Zukunft blickst: Schlummern in deinem Skizzenbuch schon weitere Ideen oder Charaktere, die nur darauf warten, zum Leben erweckt zu werden?

An Ideen mangelt es mir nicht! Ich liebe es, mir Geschichten auszudenken, und da ich mich mittlerweile gut in die Kinderbuchillustration und digitale Gestaltung eingearbeitet habe, kann ich mir durchaus vorstellen, weitere Bilderbücher zu veröffentlichen. Die eine oder andere Geschichte wartet bereits darauf, zum Leben erweckt zu werden …

Cathrin Fehring
Die gebürtige Neumünsteranerin entdeckte schon früh ihre Liebe zur Kunst. Neben ihrem Beruf als Logopädin fand sie während der Corona-Pandemie zur Aquarellmalerei zurück. Seither präsentiert sie ihre Werke in verschiedenen Ausstellungen wie der HolstenArt. Im Herbst 2025 erschien ihr erstes Kinderbuch, im März folgte nun das zweite. Einblicke in ihre Arbeit gibt sie auf Instagram unter derschuhistrosa. Ihre Bücher sind erhältlich bei Amazon oder auf www.derschuhistrosa.de.


„Der Topf mit der Wollmütze“,
erschienen im Eigenverlag,
82 S., 24,90 Euro 

„Der Hund,
der in den Bus gepinkelt hat“,
erschienen im Eigenverlag,
80 S., 24,90 Euro

Vorheriger ArtikelSchlemmen auf dem Spielbudenplatz