Ende 2019 sorgte EDEKA Meyer´s aus Neumünster mit einem Facebook-Post für Aufmerksamkeit: Der Supermarkt verkündete, dass er in beiden Filialen in Neumünster kein Feuerwerk verkaufen würde, um der enormen Feinstaubbelastung und der Verängstigung der Tiere entgegenzuwirken. Dieser Post stieß bei den meisten Userinnen und Usern auf positive Resonanz.

Geschäftsführer Jan Meifert verzichtete damit auch auf einen Teil des profitablen Silvesterumsatzes. Der engagierte Unternehmer tut dies aus Überzeugung, denn Nachhaltigkeit und Umweltschutz stehen bei ihm schon lange ganz oben auf der Liste: „Die Natur ist mir sehr viel wert, da nehme ich es durchaus in Kauf, auf den Umsatz solcher Sortimente zu verzichten. Natürlich muss ich auch Profit erwirtschaften, aber ich stelle das nicht über nachhaltige Grundsätze. Das Thema Ökologie gehört ganz oben auf die politische Tagesordnung. Und jeder Händler kann etwas dazu beitragen.“ 

Gemeinsame Verantwortung

Für Jan Meifert gehen Natur- und Umweltschutz alle an – Politik, Verbraucherinnen und Verbraucher und Unternehmen. Jeder kann seinen Teil dazu beitragen, dass Ressourcen geschont und die Klimabilanz verbessert werden. Nicht erst seit Fridays for Future ist sich Jan Meifert seiner Verantwortung als Unternehmer bewusst: „Als Familienunternehmen in dritter Generation tragen wir eine große Verantwortung unseren Mitarbeitern und natürlich unseren Kunden gegenüber. Mit den beiden Geschäften und ca. 170 Mitarbeitern sind wir ein gesund wachsendes, mittelständisches Unternehmen, welches sich zum Ziel gemacht hat, mit dem Verkauf von guten, nachhaltig produzierten Lebensmitteln die Welt Stück für Stück ein kleines bisschen besser zu machen. Klingt sehr ideologisch, ist aber genau so gemeint!” 

Mut zur Veränderung

Um diesem Anspruch gerecht zu werden, braucht man Geduld, Kreativität und den Mut, einfach etwas auszuprobieren. Regionale Produkte sind da noch vergleichsweise einfach umzusetzen. Viele der Lieferanten kennt Jan Meifert persönlich und die kurzen Wege garantieren Frische und schonen die Umwelt. So gehören etwa Eier vom Hornbrooker Hof aus Nehms, Kartoffeln von der Familie Ladehoff aus Neumünster Brachenfeld, Prömelland Bio-Tomaten aus Boostedt und Fleisch vom Hof Bimöhlen und von der Breeder´s Pride Ranch aus Latendorf zum Sortiment.

Einige Schritte erfordern aber Mut: Anfang 2015 verbannte er als einer der Ersten die Plastiktüten aus der Kassenzone und der Obst- und Gemüseabteilung. Die Kundinnen und Kunden nahmen die Umstellung gut an und viele greifen mittlerweile sogar ganz selbstverständlich nach Mehrwegtaschen und Körben. Für andere Schritte braucht man Geduld und Beharrlichkeit: Es dauerte ein gutes halbes Jahr bis Jan Meifert nach langen Recherchen, zahlreichen Telefonaten und Besuchen bei Produzierenden Nordsee-Krabben gefunden hatte, die auch direkt an der Nordseeküste verarbeitet werden. 

Die Nordsee-Krabben bei EDEKA Meyer´s schmecken mehr nach Meer, weil sie nicht für weitere Verarbeitungsschritte kilometerweit quer durch Europa transportiert werden.

Getreu dem Motto „nicht lang schnacken, machen!” setzt Jan Meifert bei EDEKA Meyer´s viele weitere Projekte um, die den EndverbraucherInnen einen nachhaltigen Einkauf erleichtern.

Mikroplastikfrei-Siegel

Mikroplastik gilt als Problem: Die bis zu fünf Millimeter kleinen Kunststoffpartikel gelangen in fester, halbfester oder flüssiger Form über das Abwasser ins Meer und ins Grundwasser, sind auf den Feldern und in der Luft. Pflanzen, Tiere und Menschen nehmen sie auf. EDEKA Meyer´s versucht bei seinen EDEKA Eigenmarken nach und nach flüssiges Mikroplastik durch Alternativen zu ersetzen. Ziel ist es, bis Ende 2020 alle geeigneten Produkte umzustellen. Zur leichten Orientierung wurde dafür das Mikroplastikfrei-Siegel entwickelt. Weitere Infos zu dem Siegel gibt es auf:

www.edeka.de/siegel

Alternativen zu Plastikbesteck & Co.

Geschirr und Besteck aus Plastik sind praktisch und günstig – und verursachen viel Müll. EDEKA Meyer´s hat diese Plastikprodukte aus dem Sortiment genommen und die Regale stattdessen mit zahlreichen nachhaltigen Alternativen bestückt. „Wichtig ist, dass wir uns mit dem Thema Müll auseinandersetzen“, sagt Jan Meifert, „da hilft jeder noch so kleine Tropfen auf dem heißen Stein.“

Die Glastrinkhalme des Berliner Startups HALM sind extrem stabil und überleben locker über 1.000 Spülgänge. Sie werden unter Verwendung von Solarenergie sogar direkt in Neumünster hergestellt, die Verpackung stammt aus nachhaltiger Forstwirtschaft und Menschen mit Handicap des Lebenshilfewerks stellen die Glashalme her.

Das Pure-Besteck und Einmalgeschirr von Papstar wird zu 100 Prozent aus nachwachsenden Rohstoffen wie Palmblättern, Birkenholz und Zuckerrohr hergestellt und ist biologisch abbaubar. Und bei den Produkten von Pandoo kommt schnell nachwachsender Bambus zum Einsatz, zum Beispiel bei den Wattestäbchen und den originellen Bambusstrohhalmen.

Mehrwegnetze & Mehrwegdosen

Für den Einkauf von Obst, Gemüse und Backwaren kann man wiederverwendbare Mehrwegnetze nutzen. Sie sind besonders langlebig, fassen bis zu fünf Kilogramm und sind bei 30° C waschbar. Erhältlich sind die Mehrwegnetze zu je fünf Stück im praktischen Etui für 3,49 €. 

Und auch an der Fleischtheke lässt sich einiges an Verpackungsmüll sparen: Die frische Ware kann in Mehrwegdosen gefüllt werden und so direkt zu Hause in den Kühlschrank gestellt werden. Dann einfach die Box abwaschen und zum nächsten Einkauf wieder mitbringen.

Das sind nur einige der vielen kleinen Schritte, mit denen EDEKA Meyer´s die Welt ein Stückchen besser machen will. Jeder dieser Schritte wird für die Kundinnen und Kunden transparent dargestellt: Auf der Unternehmenswebsite findet man umfangreiche Informationen zu den einzelnen Projekten und viel Wissenswertes rund um einen nachhaltigen Lebensstil.

www.komm-zu-meyers.de

Naturhelden Schleswig-Holstein e. V.

Für Jan Meifert hört das Engagement für Umweltsschutz auch am Feierabend nicht auf. So ist er Initiator und Mitbegründer des gemeinnützigen Vereins Naturhelden Schleswig-Holstein e. V., der im Dezember 2019 gegründet wurde.

Der Verein setzt sich auf lokaler Ebene für den Schutz heimischer Artenvielfalt und Lebensräume ein – alltagsnah und gezielt. Ziel ist es, Menschen aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Zusammenhängen lokal zu vernetzen, um Naturschutz vor der eigenen Haustür umzusetzen.
Der Vereinsname bezieht sich dabei nicht auf die Mitglieder, sondern auf die Natur selbst, mit all ihren Superkräften und Bewohnern. Jedes Tier und jede Pflanze, jede Biene und jeder Baum ist ein Naturheld. Und diese gilt es zu schützen.

Die Gründerinnen und Gründer wollen jeweils für einen längeren Zeitraum ein Schwerpunktthema in den Fokus setzen, in den ersten drei Jahren wird dies der Insektenschutz sein.

Mitstreiterinnen und Mitstreiter sind herzlich willkommen – ob in Form von aktiver Mitarbeit, finanzieller Unterstützung oder inhaltlichem Fachwissen. Wer Interesse hat, kann sich über kontakt@naturhelden.sh an den Verein wenden.