Anzeige

Wenn Ende Juli wieder tausende Kutten Richtung Schleswig-Holstein rollen, ist klar: Der Holy Ground ruft. Vom 26. Juli bis 1. August geht das Wacken Open Air in seine 35. Ausgabe. Und eines lässt sich schon jetzt sagen: Die Vorfreude ist da. Vielleicht ein kleines bisschen vorsichtiger als früher, aber ganz sicher nicht kleiner.

Es gab Zeiten, da waren die Tickets gefühlt schneller weg als das erste Bier auf dem Campground. Heute überlegen viele Metalheads etwas länger, buchen später und schauen vielleicht auch erstmal auf Wetterbericht und Urlaubskasse.

Ab aufs Acker: Ende Juli geht es wieder los in Wacken (Foto: WOA Festival GmbH)

Apropos Wetter. „Ohne Matsch is‘ kein Wacken!“, wird ja gerne von Uschi und Herbert am Frühstückstisch mit Kaffee und BILD-Zeitung in der Hand postuliert. Ganz stimmt der Satz allerdings nie. Die legendären Schlammschlachten auf dem Holy Ground waren lange eher Ausnahme als die Regel. Doch die Zeiten ändern sich. Der Klimawandel macht sich längst auch auf Festival-Ackern bemerkbar: Mal brennt die Sonne gnadenlos vom Himmel und verwandelt den Boden in eine Staubwüste, mal ziehen Gewitter auf, die der Lightshow von Meshuggah und Gojira den Rang ablaufen und mal verwandeln monsunartige Regenfälle das Gelände innerhalb weniger Stunden in eine knietiefe Moorlandschaft mit gratis Schlammpackung.

Auch in diesem Jahr strömen Metalfans wieder auf die Wacken-Wiesen (Foto: WOA Festival GmbH)

Trotzdem: Einen Monat vor Festivalbeginn sind auch die letzten Louder-Tickets fast vergriffen. Und nicht nur das: Während es früher noch hieß „Nur die Harten komm‘ in Garten“, werden Komfortangebote wie Residenz Evil, Moshtel, Te.N.T., der Camper Park oder Bauer Uwes Garten immer beliebter und sind quasi restlos ausgebucht. Ein trockenes Bett, ein bisschen mehr Komfort und morgens nicht erst den Gummistiefel mit dem Föhn trocknen müssen… Das hat inzwischen durchaus seinen Reiz.

Aber auch die Festivalcrew hat verstanden, dass man gegen das Wetter zwar nicht gewinnen kann, gegen seine Folgen aber schon ein Stück weit: Vor den Hauptbühnen werden dieses Jahr erstmals rund 10.000 Quadratmeter dauerhaft mit Platten befestigt. Dazu kommen 13,5 Kilometer feste Wege übers Gelände, verbesserte Rettungswege, mehr Sitzgelegenheiten und rund ein Drittel mehr überdachte Flächen.

Metalliebhaber können sich auf pures Festival-Feeling freuen (Foto: WOA Festival GmbH)

Im Wheels of Steel wird die Infrastruktur weiter ausgebaut und als kleines Experiment sollen Hanfschäben künftig dabei helfen, Pfützen und Matsch besser in den Griff zu bekommen als Hackschnitzel, Stroh und Co. Und nicht zu vernachlässigen: Das Bier wird günstiger! Thomas Jensen und Holger Hübner bringen das ziemlich treffend auf den Punkt: „Ein Festival ist nie fertig“. Es geht nicht nur immer „Faster. Harder. Louder“, sondern auch „Besser. Sicherer. Schöner“. Ob das Wetter am Ende mitspielt, entscheidet natürlich trotzdem niemand im Orga-Büro, sondern der Wettergott höchstpersönlich.

Die Vorfreude steigt: Jetzt ist der perfekte Zeitpunkt, sich noch Tickets zu sichern (Foto: Börbel)

Musikalisch dürfte 2026 kaum Langeweile aufkommen: Mit Judas Priest, Def Leppard, Powerwolf, Sabaton, Heaven Shall Burn, In Flames, Arch Enemy, Emperor und Saxon stehen einige der ganz großen Namen bereit. Daneben sorgen Airbourne, Danko Jones, Hatebreed, Paradise Lost, Subway to Sally, Lacuna Coil, Savatage, The Gathering oder Therapy? für reichlich Abwechslung zwischen klassischem Heavy Metal, Death, Doom, Folk und Alternative. Wer es etwas schräger mag, dürfte sich über Gutalax freuen, Progressive-Fans pilgern zu Animals As Leaders und auch Future Palace, Wytch Hazel, Grand Magus oder die unvermeidlichen Skyline gehören zu den Bands, die den Holy Ground einmal mehr in einen Treffpunkt fast aller Spielarten des Metals verwandeln. Die letzten Louder-Tickets könnt ihr Euch übrigens hier sichern.

Am Ende bleibt nur noch zu sagen: „See you in Wacken! No rain – just shine!“

Text: Börbel
Fotos: Börbel (2) / WOA Festival GmbH (3)

Vorheriger ArtikelFlensburg 1945: Zwischen Ende und Neuanfang
Nächster ArtikelSprachzauber im Bilderbuch