Der 8. Mai, bekannt als „Tag der Befreiung“, markiert das Ende des Zweiten Weltkriegs in Europa und die bedingungslose Kapitulation der deutschen Wehrmacht am 8. Mai 1945. In „Die letzten Tage der Diktatur“ zeigt die Flensburgerin Svenja Falk, wie sich im Mai 1945 in Flensburg die letzte NS-Regierung um Karl Dönitz inszeniert – und wie in dieser kurzen Zwischenzeit schon die Nachkriegsordnung Konturen bekommt.
Nach der bedingungslosen Kapitulation tagt in Flensburg die letzte nationalsozialistische Reichsregierung. Großadmiral Karl Dönitz inszeniert sich als legitime Übergangsinstanz. Die Alliierten dulden das Schauspiel – vorerst. So entsteht für wenige Wochen eine Zwischenzeit voller überraschender Neuanfänge: Albert Speer beginnt hier mit der Konstruktion seines Mythos vom unpolitischen Experten. Die Pilotin Beate Uhse legt den Grundstein für den größten Erotik-Konzern der Welt. Der britische Geheimdienstoffizier Ian Fleming sammelt Eindrücke, Figuren und Motive – für das, was später James Bond werden soll. Auch der junge Siegfried Unseld gehört zur Szenerie – er wird einer der bedeutendsten Verleger der Bundesrepublik. Im Norden kreuzen sich die Wege von Tätern, KZ-Häftlingen und Mitläufern. Es ist eine Zeit zwischen Kontinuität, Abrechnung und Neuanfang – in erstaunlichen Konstellationen. In ihrer packenden Darstellung schildert Svenja Falk diese kaum bekannte Übergangszeit auf Basis erstmals ausgewerteter Quellen – und zeigt, wie sich in diesen Tagen bereits die großen Linien der Nachkriegszeit abzeichnen.

Prof. Dr. Svenja Falk, Jg. 1964, ist Politologin und Autorin zahlreicher Fachbücher. Dies ist ihr erstes Buch dieses Genres, entstanden aus der Neugier der gebürtigen Flensburgerin für jene eigentümliche dreiwöchige Phase im Jahre 1945, während der ausgerechnet in der Kleinstadt Flensburg Kräfte des alten Regimes und der siegreichen Alliierten ihr eigenes Schicksal sowie das Nachkriegsdeutschlands zu bestimmen suchen.
Svenja Falk: Die letzten Tage der Diktatur, Klett-Cotta
ISBN: 978-3-608-96694-7







