
Simon Latch ist ein kleiner, mehr schlecht als recht verdienender Kleinstadtanwalt, der hauptsächlich Nachlassgeschichten regelt. Seine Ehe ist beendet, er schläft über seiner Kanzlei, während seine noch Ehefrau mit den drei Kindern im gemeinsamen Haus lebt. Simon selbst sitzt oft in einer Bar und geht seiner Leidenschaft, dem Wetten, nach. Eines Tages kommt nun eine alte Dame in seine Kanzlei und er scheint das große Los gezogen zu haben, denn die 85-jährige Witwe Eleanor Barnett sagt, sie habe gut 20 Millionen Dollar in Aktien sowie als Kontoguthaben. Da ist ihr Häuschen, das gut 280.000 Dollar wert sein soll, ein Witz. Eleanor ist sehr unglücklich, denn sie hat ein Testament bei einem Anwalt gegenüber hinterlegt, mit dem sie nicht zufrieden ist. Simon soll ein neues Testament aufsetzen. Und Simon wittert die große Chance auf eine Menge Geld, denn Eleanor möchte ihr Geld niemandem vererben, schon gar nicht den beiden Söhnen ihres verstorbenen Ehemannes. Also setzt Simon ein Testament auf, welches ihn damit beauftragt, das Geld an verschiedene Institutionen zu verteilen – gegen ein entsprechendes Honorar für ihn selbstverständlich. Und natürlich hat er die Hand auf dem Erbe. Immer enger wird die Beziehung von Eleanor und Simon, der für die scheinbar so hilflose Dame zu einem Rettungsanker wird und ihre Angelegenheiten regelt. Als herauskommt, dass Eleanor mehrere Strafverfahren wegen Verkehrsdelikten hat, vertritt Simon sie. Und dann kommt es zur Katastrophe, als Eleanor einen Unfall verursacht, ins Krankenhaus eingeliefert werden muss und schließlich verstirbt. Simon wird nicht nur eine schöne Überraschung erleben, sondern es ruft auch noch eine Person anonym bei der Polizei an und sagt, Eleanor sei nicht auf natürliche Weise verstorben. Eine Obduktion bestätigt den Hinweis, denn Eleanor wurde mit präparierten Ingwerkeksen vergiftet, die von Simon kamen. Alles spricht somit gegen ihn und er sieht sich im Prozess einer Mordanklage ausgesetzt. Er weiß zwar, dass er unschuldig ist, aber kann er tatsächlich noch gerettet werden? Und wer hat Eleanor wirklich ermordet? (hb)

Der Meister des Anwaltsroman hat mit „Das Vermächtnis“ wieder einen Volltreffer gelandet und lässt seine Leserschaft erneut an einer spektakulären Handlung teilhaben. Spannende Stories, tiefgehende Rechts- und Gerichtskenntnisse sowie glaubwürdige Charaktere verbinden sich bei John Grisham stets zu bester Krimiunterhaltung – so auch in „Das Vermächtnis“, wo Grisham den Anwaltsromangenre erstmals mit dem Genre des „Wer-ist-es-gewesen“-Krimis zusammenführt.






