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In einem Wohnwagen in Schönwohld können Sie sich in der Rolle von Dr. Watson auf die rätselhafte Suche nach Sherlock begeben. Und dabei hat Familie Basedow, die den Escape-Wohnwagen entwickelt hat, schon viele witzige Geschichten erlebt.

Lebensart im Norden: Wie kamt ihr auf die Idee, eigene Escape-Räume zu entwickeln, und wie seid ihr in das Escape-Business gestartet?

Melanie Basedow: Wir haben bei uns im Dorf einen lebendigen Adventskalender. Im Dezember finden also Aktivitäten unterschiedlichster Art statt, und 2019 haben wir uns entschieden, einen Escape-Room in der Kapelle von Schönwohld aufzubauen. Wir haben drei Monate daran gearbeitet, um ihn an einem Wochenende durchzuführen. Während der Coronazeit mussten wir natürlich pausieren, aber danach haben wir noch zweimal die Kapelle genutzt. Das hat den Leuten so gut gefallen, dass sie vorgeschlagen haben, daraus ein Business zu machen. Und wir haben uns überlegt, wie wir die Idee ohne viele Fixkosten umsetzen können.

Melanie und Keno Basedow und ihre Kinder haben den Escape-Room mit viel Liebe zum Detail und reichlich Knobelspaß bestückt.

Wie hat eure Nachbarschaft reagiert?

Melanie: Wir haben aus unserem Dorf sehr viele positive Rückmeldungen bekommen und wurden immer gefragt, wann der nächste Escape-Room stattfindet. Das hat sehr viel Freude bereitet und über Spendensammlungen ist einiges an Geld zusammengekommen. Das Dorf hat uns sehr viel Rückhalt gegeben, um die Idee weiterzuverfolgen.

Entwickelt ihr eure Escape-Rooms gemeinsam als Familie?

Keno Basedow: Ja, das ist schon ein Projekt, das wir mit der ganzen Familie machen: Melanie und unsere Tochter Mia leben ihre Kreativität aus und überlegen sich die ganzen Rätsel und wie die Inneneinrichtung aussehen soll. Ich habe viel Freude daran, Elektronik-Rätsel zu basteln, die dann im Escape-Raum zum Einsatz kommen. Und unser Sohn Kimi kümmert sich viel um Werbung auf Instagram und Co. und ist in dem Bereich unser Ass.

Wie lief der Umbau?

Melanie: Unseren Wohnwagen haben wir online gebraucht gefunden. Leider war er nicht ganz regendicht, sodass wir ihn zuerst renovieren mussten. Insgesamt haben wir für den Umbau und die Renovierung ungefähr ein Jahr benötigt. Neben unserer normalen Berufstätigkeit haben wir am Nachmittag und an den Wochenenden am Wohnwagen gebaut. Wir waren viel in Baumärkten, auf Flohmärkten und bei den Kleinanzeigen unterwegs, um das Material zusammenzusuchen. Im Dezember 2024 konnten wir den Escape-Room mit zweieinhalb Räumen in Betrieb nehmen. Man kann ihn gemütlich mit zwei bis fünf Personen spielen.

Wie habt ihr den Fall entwickelt?

Keno: Als Erstes hatten wir mit Sherlock Holmes die grobe Geschichte für einen Detektiv-Escape-Room. Sherlock Holmes ist der Klassiker, an den man beim Rätseln denkt.

Und dann haben sich die Rätsel nach und nach ergeben und es entwickelte sich ein roter Faden, bis alles zu einer Gesamtgeschichte zusammenpasste. Teilweise haben wir bestehende Spiele in Rätsel umgewandelt, teilweise haben wir Retro-Charakter integriert, zum Beispiel mit einem Scheibentelefon.

Hattet ihr besonders lustige oder überraschende Erlebnisse mit Besucher*innen?

Keno: Wir hatten einen Besucher, der sofort in die Rolle von Sherlock gesprungen ist. Er hat sich alle Sachen angezogen, um so wie Sherlock auszusehen, und alle sollten ihn nur noch mit Sherlock ansprechen. Der ist voll in seiner Rolle aufgegangen.

Dann hatten wir zwei Gäste, die noch nicht so vertraut miteinander waren, und wir glauben, dass das wohl das erste Date war. Es gibt doch nichts Besseres, als sein erstes Date in einem Escape-Room zu verbringen.

Und es gibt teilweise das Phänomen, dass die Eltern den Kindern sagen wollen, worauf zu achten ist. Dabei sind die Kinder viel schneller und finden Dinge viel besser. Die Kinder sehen die Dinge mit anderen Augen und sind nicht zurückhaltend. Sie zerpflücken alle Gegenstände und finden alles, was es zu finden gibt.

Der Wohnwagen steht nicht nur in eurem Garten, sondern ihr besucht auch andere Locations. Wofür kann man den Wohnwagen noch nutzen?

Melanie: Den Escape-Room kann man entweder für einen halben oder für einen ganzen Tag buchen, für vier oder acht Durchgänge à 60 Minuten. Das wird für ganz unterschiedliche Events gebucht: Firmenfeiern, Hochzeiten, Stadtfeste oder Team-Building zum Beispiel.

Was begeistert euch am Rätseln?

Keno: Wir sind eine Familie, die gerne privat Pub-Quiz macht, Hitster spielt, und so weiter. Am Rätseln gefällt uns gut, dass man das gemeinsam macht und man viele Rätsel nicht alleine lösen kann, sondern nur, indem man gut zusammenarbeitet und kommuniziert.

Wenn Sherlock Holmes selbst euren Escape-Room besuchen würde – wie würde er sich fühlen?

Melanie: Also, Sherlock würde sich in unserem Escape-Room sehr wohlfühlen. Er würde es sich erst mal mit Dr. Watson gemütlich machen und eine schöne Tasse Tee vor dem Kamin trinken. Und dann hat er ja einen Fall um die Ohren, den es zu lösen gilt, sodass ihm bei uns auf alle Fälle nicht langweilig wird.

Auf eurem Grundstück steht schon ein zweiter Wohnwagen bereit. Wann öffnet sich dessen Tür?

Keno: Der Escape-Room ist so weit hergerichtet, die Tapeten sind schon an der Wand und die ersten Rätsel sind auch fertig. Jetzt geht es darum, die restliche Inneneinrichtung fertigzustellen und noch weitere Rätsel zu bauen. Wir rechnen mit der Fertigstellung Ende des Jahres. Also können wir voraussichtlich Anfang nächsten Jahres die ersten Buchungen für den neuen Escape-Room-Wohnwagen entgegennehmen.

Wir werden auf jeden Fall dabei sein.

Mehr Informationen zu den Escape-Wohnwagen und die
Buchung finden Sie unter www.derollt.de.

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