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Neue Klänge treffen auf Mozarts „Jupiter“-Sinfonie: Auf dem Programm stehen Musik von NDR Artist Across Ensembles Missy Mazzoli sowie Frank Peter Zimmermann mit dem NDR Elbphilharmonie Orchester unter Alan Gilbert. Live in Lübeck.

Mit dem Schicksal abfinden? – Mazzolis „Orpheus Undone“

Das Schicksal im Mythos ist unwiderruflich: Orpheus hatte eine letzte Gelegenheit, seine Geliebte Eurydike aus der Unterwelt zu befreien, und scheiterte, weil er sich nach ihr umsah. Umso schwerer, sich nach der verpatzten Chance mit dem Schicksal abzufinden. In ihrem 2022 uraufgeführten Werk „Orpheus Undone“ beschäftigt sich die NDR Residenzkünstlerin Missy Mazzoli mit genau diesem seelischen Dilemma: Sie schrieb die Musik aus der Erfahrung heraus, dass sich in Momenten von Schock oder Trauma verschiedene Zeitgeschwindigkeiten übereinander legen – und dass man solche Momente am liebsten eben rückgängig („undone“) machen würde …

Von der Tarantel gestochen: Waltons Violinkonzert

Etwas gelassener nahm der britische Komponist William Walton seinen persönlichen Schockmoment während eines Aufenthalts im italienischen Ravello 1938: Als der arme Mann dort von einer Tarantel gestochen wurde, war ihm die unangenehme Erfahrung eine willkommene Anregung für sein Violinkonzert. In das hochvirtuose Scherzo des Stücks schob er prompt eine „regelrecht verrückte“ Tarantella-Passage ein … Ansonsten ist das hierzulande selten gespielte Werk aber völlig seriös, ja, „eines der besten Violinkonzerte, die je geschrieben wurden“, wie der Dirigent der Uraufführung durch den Widmungsträger Jascha Heifetz schwärmte. Nun nimmt sich der „Heifetz unserer Zeit“, Ausnahmegeiger Frank Peter Zimmermann, dieser großartigen Entdeckung an.

Appell an die Ewigkeit: Mozarts „Jupiter“-Sinfonie

Zum Abschluss des Programms dirigiert Chefdirigent Alan Gilbert Wohlbekanntes: Als „Appell an die Ewigkeit“ seien die drei letzten Sinfonien Mozarts entstanden, schrieb einmal der Mozart-Forscher Alfred Einstein. Warum der Komponist diese anspruchsvollen Werke drei Jahre vor seinem Tod in Angriff nahm, ist ungeklärt. Einem konkreten Auftrag folgte er jedenfalls nicht. Vermutlich also wollte er der Nachwelt einfach ein Denkmal seines Könnens setzen – und was für eines! Das Finale der C-Dur-Sinfonie Nr. 41 erklärte man nicht lange nach Mozarts Tod zum „Triumph der neuen Tonkunst“. Wie selbstverständlich war es Mozart hier gelungen, eine Art „Kunst der Fuge“ zu schreiben, die auf unnachahmliche Weise das Schwere leicht macht.

Fr, 9. September 2026 | 19.30 Uhr
Lübeck, Musik- und Kongresshalle, Willy-Brandt-Allee 10

Einführungsveranstaltung mit Julius Heile um 18.30 Uhr

Alan Gilbert Dirigent
Frank Peter Zimmermann Violine
NDR Elbphilharmonie Orchester

Missy Mazzoli
Orpheus Undone
William Walton
Violinkonzert
Wolfgang Amadeus Mozart
Sinfonie Nr. 41 C-Dur KV 551 „Jupiter“

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