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Ja, das Klischee „In Wacken ist doch immer Matsch“ hält sich. Aber es stimmt
eigentlich gar nicht, denn in 33 Ausgaben davor gab es in der Regel immer gutes
Wetter und nur eine handvoll Male die medienwirksame braune Ackerpampe. Aber
2025 haben die Wettergötter den Vogel abgeschossen und das Motto „See you in
Wacken – Rain or Shine“ wirklich auf die Probe gestellt.

Wir Norddeutschen sagen zwar: „Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung“, aber dieses Mal war es vielleicht eine Spur zu viel. Und das, nachdem es gerade erst 2023 ein ähnliches Matschspektakel gegeben hat. Gummistiefel waren dieses Jahr das wichtigste Accessoire. Der Regen, der tagelang und vor allem Mittwoch und Samstag wie aus Kübeln auf die kleine Gemeinde Wacken niederging, hat Camping- und Infield- Flächen in regelrechte Schlammlandschaften verwandelt. Ein einziges Schlammbecken breitete sich aus und wer zwischen den Bühnen unterwegs war, fühlte sich wie Frodo auf dem Weg zum Schicksalsberg.

Ein fantastisches Drohnenspecial in Gedenken an Ozzy Osbourne, bei dem das eine oder andere Tränchen floss (Foto: Börbel)

Schon vor dem offiziellen Start war klar: Das wird kein Spaziergang. Dauerregen, grauer Himmel, die Felder wurden zu braunen Sümpfen. Tausende Fans kämpften sich durch die Pampe und riesige Pfützen und manche Autofahrer*innen brauchten Schubser und Abschleppseile, um zum oder aus dem Parkplatz zu kommen. Aber genau hier zeigte die Metal-Community wieder ihr wahres Gesicht: Jeder half jedem. Wer hingefallen war, wurde sofort hochgezogen. Fremde teilten Kleidung und Bier, halfen beim Zeltaufbau oder schleppten gemeinsam Equipment durch den Schlamm. Pragmatismus und Solidarität pur und selbst die Crew hielt die Bühnen am Laufen, als wäre nichts passiert.

Trotz aller Widrigkeiten lieferte Wacken 2025 – die 34. Ausgabe – ein Line-up mit über 200 Bands, das die 85.000 Metalheads bei Laune hielt. Ein Highlight und der Traum der WOA Macher Thomas und Holger: Guns N’ Roses mit ihrem Debüt auf dem Holy Ground und einem epischen über 3-stündigen Set! Sie spielten Klassiker wie „Welcome to the Jungle“, „November Rain“, gedachten Ozzy Osbourne mit 2 Songs und spielten zum Abschluss „Paradise City“. Und auch dieses Jahr gab es eine beeindruckende Drohnenshow: Raketen, Spaceships und das Wacken-Logo am Himmel.

Machine Head gaben auf der Bühne alles (Foto: WOA Festival GmbH)

Das Thema Raumfahrt war allgegenwärtig mit Ausstellungen, Raketen an der Bühne und auch Alexander Gerst war zu Gast. Dazu ein fantastisches Drohnenspecial in Gedenken an Ozzy Osbourne, bei dem das eine oder andere Tränchen floss. Machine Head lieferten eine tonnenschwere Show, Papa Roach zog das größte Publikum des gesamten Wochenendes an und feierten mit riesiger Show ihre Wacken Premiere. Dimmu Borgir zauberten auf der Harder Stage ein orchestrales Black Metal-Inferno und Gojira brachten mit „Flying Whales“ (inklusive aufblasbarer Wale) und Black-Sabbath-Cover eine perfekte Show mit enormer Energie auf den Acker.

Papa Roach zog das größte Publikum des gesamten Wochenendes an und feierten mit riesiger Show ihre Wacken Premiere (Foto: WOA Festival GmbH)

Grave Digger feierten ihr 45-jähriges Bühnenjubiläum mit Klassikern, Orange Goblin ihr 30-jähriges. King Diamond mit seiner theatralischen Midnight-Show und dem legendären „Grandmaaaaaa“, Mastodon mit einem mächtigen Auftritt und Salatio Mortis mit einer Show zum 25. Jubiläum. Auch Within Temptation zogen erneut alle in ihren Bann und selbst die Kölschrocker BAP kamen gut an. Weitere Highlights waren die Wacken Lieblinge Saxon, W.A.S.P. mit einer bockstarken Show, Ministry, Obituary mit „Cause of Death“ Special, Fear Factory und die immer guten Clawfinger!

Starke Show: W.A.S.P zeigt Kreativität auf der Bühne (Foto: WOA Festival GmbH)

Dennoch hatten viele Bands mit der Witterung zu tun. Denn oft konnte das Publikum sich kaum viel bewegen. Es klebte entweder fest oder wollte nicht riskieren, eine Runde Schlammkur oder den Schwimmschein machen zu müssen.

Die wahren Helden waren aber nicht nur die Bands, sondern die 85.000 Fans, die trotz Matsch, Regen und Erschöpfung durchhielten, einander halfen und die Stimmung am Leben hielten. Die Crews, die die Bühnen am Laufen hielten und die Community, die auf dem Infield und den Zeltplätzen das Beste aus der extrem schwierigen Situation machte.

Krönender Abschluss: Die Vorfreude aufs nächste Jahr hat bereits begonnen (Foto: Börbel)

2025 wird als eines der matschigsten in die Geschichte eingehen und hoffen wir alle
mal, dass es 2026 wieder entspanntes und trockenes Festivalwetter gibt. Und wer
2026 mit dabei sein will – die ersten Acts wie Sabaton, Def Leppard, Powerwolf und
Judas Priest sind schon bestätigt – sollte sich wieder zeitig ein Ticket sichern.
See you in Wacken – Rain or Shine…oder besser: Shine or Shine!

Text: Börbel
Fotos: Börbel (3) / WOA Festival GmbH (3)

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