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Seegraswiesen gehören zu den wichtigsten, aber zunehmend bedrohten Lebensräumen der Ostsee. Mithilfe der öffentlichen Beteiligung werden die Seegraswiesen vor Fehmarn renaturiert.

Seegraswiesen gehören zu den ökologisch wertvollsten Lebensräumen der Ostsee. Besonders die Art „Zostera marina“ bildet ausgedehnte Unterwasserwiesen in flachen Küstenbereichen und erfüllt dort eine Vielzahl zentraler ökologischer Funktionen. Gleichzeitig sind diese Lebensräume in den letzten Jahrzehnten stark zurückgegangen. Küstenbebauung, Nährstoffeinträge, Sedimentaufwirbelung sowie der Klimawandel haben zu erheblichen Verlusten geführt. Vor diesem Hintergrund gewinnen der Schutz und die Wiederherstellung von Seegraswiesen zunehmend an Bedeutung.

Superstar auf dem Meeresgrund

Seegras erfüllt beispielsweise wichtige ökologische Funktionen in der Ostsee. Die Wiesen stabilisieren Sedimente und reduzieren Erosion in Küstenbereichen, da sie die Wellenenergie abschwächen. Dadurch tragen sie unter anderem zum Küstenschutz bei. Gleichzeitig verbessern sie die Wasserqualität, da sie zu einem gewissen Maß Nährstoffe aus dem Wasser aufnehmen und Partikel aus der Wassersäule binden können. Überdies stellen Seegraswiesen wichtige Lebensräume für eine Vielzahl von Organismen dar. Viele Fischarten, Krebstiere und andere wirbellose Tiere nutzen diese Unterwasserwiesen als Kinderstube, Schutzraum oder Jagdrevier.

Kleiner, grüner Klimaretter

Neben diesen ökologischen Funktionen spielen Seegraswiesen auch eine wichtige Rolle im globalen Kohlenstoffkreislauf. Als sogenannte „Blue-Carbon-Ökosysteme“ können sie langfristig Kohlenstoff im Sediment speichern und tragen somit zur Abschwächung des Klimawandels bei. Der Schutz und die Wiederherstellung von Seegraswiesen sind daher nicht nur für die regionale Ökologie relevant, sondern auch für globale Klimaschutzstrategien.

Abtauchen und Seegras pflanzen

Das ZOBLUC-Projekt vom Bundesamt für Naturschutz verbindet wissenschaftliche Forschung mit gesellschaftlicher Beteiligung. Diese Beteiligung durch den Citizen-Science-Ansatz reicht von der Datenerhebung über Monitoringaktivitäten bis hin zur Unterstützung bei Renaturierungsmaßnahmen. Eine Schulung vom GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel in Kooperation mit Sea Shepherd (bereits ausgebucht) ermöglicht es Taucher*innen, aktiv zu werden, und Seegraswiesen unter wissenschaftlicher Begleitung zu renaturieren. Auch über andere NGOs, wie Lake Diver Hannover e. V. oder Seagrass Conservation e. V., kann man sich an der Renaturierung beteiligen.

Zum Weiterlesen:
www.geomar.de www.z-u-g.org

Fotos: Sarah Uphoff, GEOMAR

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