Mit „State of Nature“ präsentieren die Landesmuseen Schleswig-Holstein vom 27. Februar und 2. April bis zum 1. November eine umfassende Ausstellungsreihe an vier Orten mit Werken der britischen Künstlerin Rebecca Louise Law, die international für ihre raumgreifenden Installationen aus natürlichen Materialien bekannt ist.
Law verwandelt ihre Umgebung in dichte, atmosphärische Erfahrungsräume, in denen die Besuchenden der Natur unmittelbar begegnen – sinnlich, poetisch und oft überwältigend. Wer sich durch ihre Installationen bewegt, nimmt den Duft getrockneter Blüten wahr, erlebt vergängliche Schönheit und erkennt: Jeder Halm, jede Blüte erzählt von Wachstum, Wandel und Vergänglichkeit der Natur – und von unserer Verantwortung für den Erhalt der natürlichen Lebensgrundlagen. Der Ausstellungstitel „State of Nature“ ist bewusst vielschichtig gewählt. Er verweist auf den philosophischen Begriff des Naturzustands – ein Gedankenmodell, das danach fragt, wie der Mensch der Welt begegnet, bevor sie durch Regeln, Besitzansprüche und gesellschaftliche Ordnung überformt ist. Gemeint ist kein historischer Urzustand, sondern eine Haltung der Unmittelbarkeit: ein Verhältnis zur Natur, das von Aufmerksamkeit, Abhängigkeit und Verantwortung geprägt ist. „State of Nature“ versteht sich vor diesem Hintergrund als Einladung, innezuhalten und neu hinzusehen. Die Werke von Rebecca Louise Law schaffen Räume der Konzentration und des Staunens. Sie sensibilisieren für ökologische Zusammenhänge, ohne zu belehren, und eröffnen Erfahrungsräume, die die enge Verbundenheit von Mensch und Natur sinnlich erfahrbar machen.

Die Ausstellungshäuser:
Vier Orte – vier Setzungen
Ab 27. Februar:
Freilichtmuseum Molfsee
Hier ist mit „The Field“ eine monumentale Installation aus Hafer und Blumen zu sehen, die sich durch das Foyer und die Sonderausstellungsräume des Jahr100Haus zieht. www.freilichtmuseum-sh.de
Jüdisches Museum in Rendsburg
Im Betsaal der ehemaligen Synagoge wird mit „Grain“ ein stilles Werk aus Weizen- und Getreideähren – ein kraftvolles Bild für Dankbarkeit und Verbundenheit. www.jmrd.de
Ab 2. April:
Museumsinsel Schloss Gottorf
In der Reithalle zeigt Rebecca Louise Law unter dem Titel „Florilegia“ annährend eine Million getrocknete Blumen aus ihrer persönlichen Sammlung. Die raumgreifende Installation wird durch Bilder und Keramikarbeiten ergänzt. www.schloss-gottorf.de
Gottorfer Globushaus
Die Installation „Honesty“, bestehend aus tausenden schimmernden Silberblättern (Lunaria annua), entfaltet barocken Glanz und schließt eindrucksvoll an den botanischen Reichtum des historischen Neuwerkgartens an. www.schloss-gottorf.de
Fotos: Toldeo Museum of Art/Courtesy of Richard Todd (1) / Courtesy of Toledo Museum of Art (1)







