
Als ältere der beiden Schwestern verliert Greta, als sie allein mit der siebenjährigen Julieta spielt, diese. Offenbar ist Julieta im Meer ertrunken, was jedoch niemand genau weiß, da ihre Leiche nie gefunden wurde. Gretas Großmutter Matilde, die sich ihrer liebevoll annimmt, während ihre Mutter Helena wegen ihrer Unachtsamkeit bei dem Unglück mit Julieta, von dem keiner weiß, wie es genau geschehen ist, erzählt ihrer Enkelin immer neue Geschichten von der Insel und vom Meer. Sie selbst trägt, wie auch Julieta und Helena, ein Meerjungfrauenmuttermal am Bein, welches Greta als einziger weiblichen Person der Familie fehlt. Greta kehrt als erwachsene Frau, sie ist nie wieder auf Formentera gewesen und hat alle Orte am Meer gemieden – sie lebt nun als Drehbuchautorin in London mit Paul zusammen –, nach Formentera zurück, denn Matilde möchte sie sehen. Die alte Frau ist sehr gebrechlich geworden und geht dem Tod entgegen. Auch Helena, mit der Greta seit damals kein Wort mehr gesprochen hat, ist vor auf der Insel. Matilde versucht, Greta, die sich die Schuld an dem Tod ihrer kleinen Schwester gibt, was ihr gesamtes Leben überschattet, zu heilen sowie Mutter und Tochter wieder zusammenzubringen, bevor sie selbst die beiden für immer verlassen wird. Wird es ihr gelingen? Und was ist damals bei Julietas Verschwinden tatsächlich passiert? Aus der wechselnden Perspektive der drei Frauen erzählt Laia Aguilar ihre Geschichte – und die eine gebrochenen Familie. (hb)

Wie wird eine Familie mit dem Verlust einer Tochter fertig? Laia Aguilar zeigt in ihrem herzergreifenden Roman, dass Schweigen und Flucht auf jeden Fall keine guten Lösungen sind – und schickt ihre Figuren auf die Suche nach einen Ausweg aus dem Teufelskreis aus Schuldgefühlen und mangelndem Verständnis füreinander.






