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Mattis Brodersen ist ein Föhrer Jung, ein Sune, wie man auf der Insel sagt, denn hier spricht man Friesisch. Mattis ist damit groß geworden und so singt er auch. Der 30-jährige Nordfriese hat ein neues Album auf den Markt gebracht, auf dem er den Ärzte-Song „Junge“ (Sune) auf Fering vorstellt.

Eigentlich ist Mattis, der in diesem Jahr 30 geworden ist, gelernter Maler. Sein Vater hat einen eigenen Betrieb auf Föhr und so folgte Sohn Mattis in seine Fußstapfen. Doch nach Abschluss der Ausbildung, einem Trip um die Welt und dem Pandemie-Stillstand stand für ihn fest: Ich möchte Musik machen! Auch dieses Talent entspringt den Genen, denn Papa Brodersen hat mit einer Mitgliedschaft im Gesangsverein und dem Spielen der Tuba schon gut vorgelegt. 

„Ich muss Musik machen“

„Es gab da diesen einen Moment. Da war mir klar, dass ich Musik machen muss“, sagt Mattis Brodersen. Und seitdem steht der Nordfriese mit seiner Loop-Station auf der Bühne und präsentiert seine Songs – die meisten davon selbst geschrieben. Die Töne auf der Loop sind von ihm eingespielt und arrangiert. Alles passt zusammen – und zu seiner Stimme, die gleichzeitig warm, aber auch kraftvoll und prägnant ist. Sie nimmt einen mit, egal ob man Fering versteht oder nicht.

Neues Album „Fering“

Ende November 2025 erschien sein neues Album „Fering“. Darauf sind Lieder wie „Fering uun New York“. Darin geht es um einen Friesenjung in der Millionenstadt, der sich fragt, ob ihn dort jemand versteht. Aber auch „Letst glees“, ein Song, der für viele Föhrer zur emotionalen Hymne geworden ist, ist Teil des neuen Albums. Und dann natürlich „Sune“, seine Fering-Version von „Junge“ – mit der persönlichen Erlaubnis der Band „Die Ärzte“. 

Redakteurin Marion Laß hat mit Mattis Brodersen gesprochen – über seine beruflichen Wünsche, aber natürlich auch über seine Träume.

Mattis, wie entsteht ein Song bei Ihnen?

Es gibt tatsächlich verschiedene Herangehensweisen. Wenn mir eine Idee in den Sinn kommt, nehme ich die mit meinem Handy auf. Entweder ist das ein Text oder eine Melodie. So entsteht im Laufe der Zeit ein Pool, mit dem man arbeiten kann. Wenn dann der Arbeitsmodus angesagt ist, kann man mit den Schnipseln wunderbar arbeiten. 

Wie kommen Sie an die Ideen?

Die kommen meistens ganz plötzlich, oft hilft es, Musik zu hören – als Inspiration. Ich habe zu Hause ein kleines Homestudio mit Laptop, zwei Boxen, Keyboard und Mikrofon. Hier sitze ich oft und probiere verschiedene Dinge an der Loopstation aus. 

Welche Themen beschäftigen Sie?

Es geht viel um Heimat, Herkunft, Ferne. Ich bin gerne zu Hause, aber ich bin auch gerne unterwegs. Meistens schreibe ich über Alltägliches oder darüber, was es bedeutet, erwachsen zu werden, oder es geht um die menschliche Entwicklung, um Liebe und um Zwischenmenschliches.

Für wen sind Ihre Songs? 

Es gibt keine Altersgruppe. Meine Musik ist für alle Leute, die handgemachte Musik lieben.

Sie durften den Ärzte-Song in Fering übersetzen und nutzen. Wie cool!

Ja, Sune heißt Junge und ist tatsächlich ein toller Coversong von den Ärzten. Fünf Leute haben an dem Lied gearbeitet. Und dass ich den Song dann tatsächlich auf das Album nehmen durfte, war für mich wie ein Ritterschlag.  

Haben Sie Vorbilder?

Ja, da gibt es einige. Meine Favoriten sind Ed Sheeran, Noah Kahan, James Bay und John Denver.

Was steht dieses Jahr bei Ihnen an?

Im April geht es für mich nach Berlin in ein großes Tonstudio. Dieser Termin ist durch den bekannten Musiker Richard Wester zustande gekommen. Dort werde ich mit dem Schlagzeuger von SDP – Thilo Brandt – und dem Toningenieur von Roland Kaiser – Alex Wende – zusammen im Studio arbeiten. Meine Songs werden auf Englisch aufbereitet. Ich bin schon sehr gespannt und freue mich auf diese neue Erfahrung. Und wenn es dabei bleibt, bin ich im Juni in der NDR Talkshow zu sehen. Auch das wird sehr spannend. 

Bekommt man Sie hierzulande zu Gehör?

Ja, es gibt schon Buchungen im Norden. Zum Beispiel bin ich am 28. März in Niebüll beim „Superding“, einem Festival im Schulzentrum, dabei. Da geht es von 14 bis 24 Uhr um Musik, Kultur und Begegnung. Und ich bin am 17. Mai auf dem Gottorfer Landmarkt vertreten, am 25. Juni in Büsum zur Kurmusik, und vom
1. bis zum 11. Juni dreimal täglich an der Föhrer Promenade zu hören. „Musik am Meer“ nennt sich die Veranstaltung bei uns auf der Insel. 

Wo kann man Ihre Songs kaufen?

Über alle gängigen Streaming-Plattformen. Es besteht aber auch die Möglichkeit, eine CD zu kaufen über den Friisk Shop der Ferring Stiftung. 

Für die Stiftung habe ich vor einiger Zeit zwölf Songs aufgenommen, sieben davon aus eigener Feder. Wir sprechen eine Sprache und arbeiten eng zusammen. 

Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Darüber habe ich lange nicht mehr nachgedacht. Hoffentlich kann ich gut von meiner Musik leben und weiterhin Konzerte spielen, gerne auch größere. Auf jeden Fall möchte ich weiterhin Musik schreiben und produzieren. Ich würde gerne die Musikszene auf Föhr aktivieren und nach vorne bringen, arbeite an einer offenen Bühne und könnte mir gut vorstellen, Gitarrenunterricht zu geben. 

Und wie sieht Ihr großer Traum aus?

Tja, da stehe ich dann im Stadion und darf vor 30.000 Menschen spielen. Mal gucken, ob er wahr wird.

Danke für das nette Gespräch
und viel Erfolg!

Neues Album
Auf dem Album „Fering“ sind friesische Songs aus der Feder von Mattis Brodersen zu hören. Zudem darf man sich über die friesische Coverversion des Songs „Junge“ von „Die Ärzte“ freuen. Bei Mattis ist der Titel aber natürlich übersetzt und heißt „Sune“.


Fotos: Mattis Brodersen (3) 

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