XXL-Wünsche

Weihnachten ist durch. Silvester erst ein paar Tage her, Neujahr gleich im Galopp hinterher.
Ob handschriftlich per Post, elektronisch per E-Mail, Newsletter, SMS, WhatsApp, Telegram, Telefon, Skype, Zoom, Video und bestimmt habe ich noch zwei Dutzend technischer Möglichkeiten vergessen: Es ist die Zeit der Wünsche! Alles wird sich gegenseitig gewünscht – Hauptsache es kommt von Herzen. Transportiert in die ganze Welt, verteilt an alle, die einem etwas bedeuten. Ob privat oder geschäftlich, es gibt keine Zeit im Jahr, in der so viele Wünsche geäußert werden wie in diesen Wochen. Und die Wunschzeit ist noch nicht vorüber. Das „Frohes Neues!” hallt noch bis Ende Januar durch die Flure.

Klima & Gesundheit

Gründe zum geballten Wünschen liefern wir uns ja laufend selber. Im Kleinen wie im Großen.
Dieses Jahr im ganz Großen und mindestens im Doppelpack. Corona und Klimawandel. Mögen sie bitte alsbald überstanden sein. Aber so einfach ist das nicht – und von allein geht weder das eine noch das andere. Zwei Themen, die scheinbar nichts miteinander zu tun haben. Aber hier liegt der Trugschluss. Klimaschutz ist Naturschutz, ist Schutz unserer Gesundheit. Und andersrum. Wünschen wir uns für das neue Jahr Gesundheit, dann wünschen wir uns eine heile Umwelt und somit gesundes Wetter. Wetter, das wir Menschen ertragen können, das uns nicht ans Leder geht. Wetter, das uns nicht durch Feuer, Überschwemmungen, Dürren, Wirbelstürme, Tornados, Hitzewellen den Boden zum Leben unter den Füßen wegzieht und beinhart unsere Lebensgrundlage zerstört.

Den Worten Taten folgen lassen

Verblüffend wie dicht Ursache und Wirkung beisammen liegen. Die Wirkung wünschen wir uns nicht, wünschen wir niemandem. Wir aber können uns wünschen Kraft, Zeit, Muße und Willen zu haben, dass der sehnlichste Wunsch dieser Zeit in Erfüllung geht. Demut möge uns helfen zu erkennen, dass wir es sind, die die Erde rücksichtslos verändern und zerstören und es dringend Zeit ist, den Wünschen Taten folgen zu lassen.

Meeno Schrader
Schon seit seinem 15. Lebensjahr ist das Wetter für Meeno Schrader weit mehr als nur Small Talk. Er hat es an den unterschiedlichsten Plätzen der Welt „getestet“ und lebte und arbeitete unter anderem in Australien, Korea, der Karibik und den USA. Seit 2002 ist er der „Wetterfrosch“ des Schleswig-Holstein-Magazins beim NDR. In der Lebensart verrät er jeden Monat einen Gedanken aus seinen Wetterwelten.

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