Wir können frei entscheiden, wen wir als Erbe einsetzen. Doch wie können wir sicherstellen, dass unser Geld nachhaltig Gutes bewirkt? Jan Schipkowski ist Fachanwalt für Erbrecht, Rechtsanwalt und Notar. Wir haben mit dem Experten gesprochen.

Am 10. November beantwortet Jan Schipkowski Fragen zu einer Live-Aufzeichnung der Stiftung Naturschutz.

Herr Schipkowski, wann sollte man ein Testament erstellen?

Die Errichtung eines Testamentes ist grundsätzlich immer sinnvoll. Nur durch ein Testament kann sichergestellt werden, dass das eigene Hab und Gut an diejenigen fällt, die man bedenken möchte. Beim Eintritt der gesetzlichen Erbfolge, wenn also kein Testament hinterlassen wurde, ergeben sich häufig ungewollte Konsequenzen. Daher sollten Testamente auch immer Ersatzerbenregelungen enthalten, falls der benannte Erbe vor dem Erbfall versterben sollte. Auch sollten Testamente möglichst früh errichtet werden, um auch für unerwartete Ereignisse eine Regelung zu treffen. 

Sollte man bei der Testamentserstellung immer eine Anwältin oder einen Anwalt zurate ziehen?

Eine Beratung sollte möglichst immer in Anspruch genommen werden. In der Praxis zeigt sich, dass eigenständig erstellte Testamente häufig zwar gut gemeint sind, aber letztlich keinen eindeutigen oder auch einen missverständlichen Inhalt haben. Dies führt häufig zu ungewünschten Ergebnissen. 

Manche möchten ihr Haus schon zu Lebzeiten übertragen. Wie können sie sich rechtlich absichern, damit sie in dem Haus wohnen bleiben können?

Zunächst sollte sorgfältig erwogen werden, ob eine lebzeitige Übertragung sinnvoll ist. Es wird häufig nicht bedacht, dass eine übertragene Immobilie nicht mehr veräußert werden kann, der Übertragende also selbst keine Geldmittel mehr generieren kann. Bei der Übertragung kann eine Absicherung des Übertragenden durch Wohn- oder Nießbrauchrechte unmittelbar im Grundbuch erfolgen. Der Übertragende kann sich auch die Rückübereignung der Immobilie bei dem Eintritt bestimmter Fälle vorbehalten, z.B. wenn der Beschenkte vorversterben sollte. 

Die Stiftung Naturschutz ist steuerlich begünstigt, richtig?

Als gemeinnützige Organisation ist die Stiftung Naturschutz von der Erbschaftsteuer befreit. Der Gesetzgeber fördert damit gesellschaftliches Engagement und stellt sicher, dass gemeinnützigen Organisationen zugewandte Vermögenswerte in vollem Umfang zu Gunsten der Allgemeinheit eingesetzt werden können.

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… erfahren Interessierte am 10. November um 18 Uhr in einer Live-Aufzeichnung der Stiftung Naturschutz. Geschäftsführer Dr. Walter Hemmerling sowie Rechtsanwältin und Notarin Frauke Poppek geben detaillierte Einblicke ins Erbrecht. Im Anschluss beantworten Jan Schipkowski, Fachanwalt für Erbrecht, und Tim Kober, zertifizierter Stiftungsberater, persönliche Fragen am Telefon.

Anmeldung unter: www.stiftungsland.de/anmeldung

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