Max Liebermann und Hans Meid. Schwarz auf Weiß

Bis 5. Januar

Das Museum Behnhaus Drägerhaus lädt mit dieser Schau zu einer Sonderausstellung ein, die in ihrer Kombination auf den ersten Blick ungewöhnlich erscheint, denn hier werden die eindrucksvollsten Grafiken– ergänzt durch ausgewählte Gemälde und Aquarelle – von Max Liebermann und Hans Meid zusammengeführt.

Max Liebermann – Selbstporträt (Kniebildnis), 1906 (© Museum Behnhaus Drägerhaus)

Die Gegenüberstellung dieser beiden Künstler mit insgesamt 122 Werken ermöglicht zweierlei: Max Liebermann, der als Maler des deutschen Impressionismus berühmt ist, zeigt sich als Grafiker von seiner weniger bekannten Seite. Seinen um eine Generation jüngeren Zeitgenossen Hans Meid gilt es hingegen, ganz neu zu entdecken. Was Liebermann und Meid verbindet, ist die mit ca. 500 (Liebermann) bzw. ca. 600 (Meid) Nummern staunenswerte Quantität ihres jeweiligen grafischen Werkes.

Hans Meid – Romantische Entführung (© Hans-Meid-Stiftung)

Doch trotz Überschneidung bestimmter Sujets wie Reitern im Tiergarten, Ausflugslokalen oder Badenden sind fundamentale Unterschiede nicht zu übersehen. Liebermanns Radierungen stehen in enger Beziehung zu seiner Malerei, sind geradezu Ableitungen in einer immer stärker sich verkürzenden zeichnerischen Sprache davon. Und dem impressionistischen Modell der „Malerei des modernen Lebens“ stand nicht nur der Realist, sondern auch der Impressionist Liebermann wesentlich näher als Meid, dessen Ikonografie einer Welt jenseits der Realität entspringt und der sich eher im expressiven Pathos des Barock, in der überschwänglichen Lebensfreude des Rokoko wie in der existenziellen Abgründigkeit der Romantik zu Hause fühlte.

Museum Behnhaus Drägerhaus
Königstr. 9-11, Lübeck
Di-So 10-17 Uhr, ab 1.1.: Di-So 11-17 Uhr