Lotte Laserstein. Von Angesicht zu Angesicht

Bis 19. Januar 2020

Die Kunsthalle zu Kiel zeigt in Kooperation mit dem Städel Museum diese Ausstellung. Es bietet sich mit ihr erstmals im norddeutschen Raum die Gelegenheit, das Werk der Malerin Lotte Laserstein (1898-1993) entlang von über 40 internationalen Leihgaben – Gemälden, Grafiken und Archivalien – zu erleben.

Lotte Laserstein – Selbstporträt mit Katze, 1928 (New Walk Museum and Art Gallery, Leicester, Reproduced courtesy of Leicester Arts and Museums Service/Bridgeman Images © VG Bild-Kunst, Bonn 2019)

Lotte Laserstein studierte in den 1920er Jahren als eine der ersten Frauen in Deutschland Malerei an einer Kunstakademie und entwickelt früh einen sehr eigenen Stil: Sie führt in ihrem Werk verschiedene Auffassungen des Realismus seit dem 19. Jahrhundert zusammen und entwickelt daraus eine unverkennbare Bildauffassung. Motivisch wendet sie sich ganz den Menschen und dem Zeitgeschehen ihrer Gegenwart zu. Ihr besonderes Interesse gilt den zeitgenössischen Geschlechterbildern und der Reflexion ihrer Position als Künstlerin.

Lotte Laserstein – Ich und mein Modell, 1929/30 (The Bute Collection at Mount Stuart)
© Städel Museum, VG Bild-Kunst, Bonn 2019

Die Kunsthalle zu Kiel legt den Schwerpunkt auf die Berliner Zeit der 1920er und 1930er Jahre bis zu ihrer Emigration aufgrund ihrer jüdischen Wurzeln Lasersteins 1937 nach Schweden. Die Werke dieser für ihr Schaffen bedeutendsten Zeit zeigen Lotte Lasersteins künstlerische Eigenständigkeit und ihre selbstbewusste thematische Schwerpunktsetzung.

Lasersteins unverwechselbares Werk der Berliner Jahre steht in einem Spannungsverhältnis zu den bestimmenden künstlerischen Strömungen dieser Zeit, den Avantgardebewegungen und der Neuen Sachlichkeit. Ihre Aufmerksamkeit gilt in dem ihr eigenen Realismus ganz der gesellschaftlichen Stimmung ihrer Zeit, dem sich verändernden Rollenverständnis der „Neuen Frau“ sowie der angespannten gesellschaftlichen Lage im Klima von Weltwirtschaftskrise und Nationalsozialismus.