Im roten Bereich

Noch bis zum 14. Juli werden Werke von Michael Mattern in dieser Ausstellung im Kulturhof Itzehoe präsentiert. Der Untertitel der Schau lautet: Neo-Konstruktivismus in dystopischen Zeiten.

Seine Töne setzt Michael Mattern mit klaren Farben, seine Akkorde findet er in bislang ungesehenen Formen technischer Welten. Die bildnerischen Kompositionen des Itzehoer Künstlers gründen auf den Melodien, die zumeist ungehört das Alltägliche der Menschen in der modernen zeitgenössischen Welt durchklingen und dennoch ihr Dasein bestimmen. Die glatt polierte technoide Erscheinung der
Bildwelten des mittlerweile 76-jährigen Mattern dominiert den Itzehoer Kulturhof in der Hochform seines Könnens. Matterns Malerei leiste längst philosophische Erkenntnisarbeit, stellt Bazon Brock heraus, zeige sie doch die Wirksamkeit Form gewordenen mathematisch-abstrakten Denkens im Leben der Menschen. Ihre Bedeutung werde im Zeitalter Künstlicher Intelligenz noch zunehmen, prophezeit der Kunst-Papst, der Ende der 50er Jahre in Itzehoe sein Abitur gemacht hat. Der Künstler selbst hofft, dass seine Bilder „vielleicht vor der künstlichen Intelligenz schlechter Menschen schützen“ mögen. In den vergangenen dystopischen Jahren spürte er, dass seine Bilder lauter werden müssen.

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