Einen Überblick über künstlerische Ansätze und Strategien, die sich in den vergangenen drei Dekaden in Deutschland herausgebildet haben, gibt eine Ausstellung in der Stadtgalerie Kiel.

Ausgangspunkt der bis zum 26. Mai laufende Ausstellung „Dissonance – Platform Germany (2)“ ist eine gleichlautende Publikation, die Positionen aktueller Malerei vorstellt. Ausgewählt wurden internationale Künstler*innen, die nach 1972 geboren wurden und in Deutschland leben und arbeiten. Grundlegend kann gesagt werden, dass der seit der Nachkriegszeit verhandelte Antagonismus zwischen Abstraktion und Figuration in der Malerei spätestens seit dem Umbruch 1989 bis zum heutigen Zeitpunkt einer extremen Pluralität an Formulierungen und Themen gewichen ist. Es ist weniger ein typisierendes Denken, das Einordnungen in verschiedenste Stile und Schulen vornimmt. Vielmehr zeichnet sich das heutige Feld der erweiterten Malerei durch Heterogenität und Behauptung von Selbst und Identität aus. Parallel dazu bilden sich in der gesellschaftlichen Realität vielfältige Veränderungen hin zu einer Kultur des Postmigrantischen aus. Die Schau zeichnet die Momente des Übergangs nach, in denen sich mehrere Kognitionen, die scheinbar nicht miteinander vereinbar sind, zu harmonisieren beginnen.

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