Um das Ende des Winters einzuläuten, werden im Februar wieder die Biiken entzündet. Biikebrennen hat eine lange Tradition und gehört mittlerweile fest in das Kulturprogramm der schleswig-holsteinischen Westküste.

Es knistert und knackt. Vereinzelte Funken steigen in die Luft und der Geruch verbrannter Tannenbäume und Holz liegt in der Nase. Am 21. Februar findet an der Westküste Schleswig-Holsteins wieder das traditionelle Biikebrennen statt. Jährlich wird der Himmel hell erleuchtet von etwa 60 Feuern, die auf Sylt, Amrum, Föhr sowie den Halligen und im Küstengebiet zwischen Büsum, St. Peter-Ording, Husum und Niebüll bestaunt werden können.

Ein Fest der Sinne 

Biikebrennen bringt jedes Jahr Tourist:innen und Einheimische zusammen. An einem festen Treffpunkt finden sich Teilnehmer:innen zusammen und entzünden dort ihre entweder selbst mitgebrachten oder vor Ort gekauften Fackeln. Ein gemeinsamer Fackelzug zum Platz des Biikefeuers folgt. Das Brenngut dafür besteht aus Ästen, Zweigen, morschem Holz, Reisig sowie aufgehobenen Weihnachtsbäumen und -gestecken. 

Gemeinsames Entzünden des Biikefeuers

Begleitet von dem friesischen Satz „Tjen di biiki öön“ (Zünd die Biike an) werden schließlich die Fackeln auf das Brenngut geworfen. Es entsteht ein loderndes Feuer, das den Winter vertreiben und den Frühling begrüßen soll. Den Mittelpunkt des Events bildet der „Pidder“. Dabei handelt es sich um ein aufgepfähltes Holzfass oder eine Strohpuppe, die nach einiger Zeit in das Feuer stürzen. Damit wird offiziell das Ende der kalten Jahreszeit eingeläutet. 

© Förde Fräulein

Ein Großereignis mit Geschichte

Die Meinungen über den Ursprung des Volksfestes gehen weit auseinander. Manche sagen, die Feuer sollten schon im Mittelalter den Frühling einläuten und böse Geister des Winters vertreiben, die neu ausgesätem Erntegut schaden könnten. Später sollten die lodernden Flammen Seefahrer verabschieden, die um diese Jahreszeit zum Walfang aufgebrochen sind. „Biike“ ist ein nordfriesischer Begriff und steht für Feuerzeichen.  

Festivitäten rund ums Feuer

Mit dem Abbrennen der Biiken sind die Festivitäten aber keinesfalls erledigt. Auf dem Gelände gibt es allerlei Köstlichkeiten zu genießen und selbstverständlich wird auch zusammen gesungen und getanzt. Ganz traditionell wird am Tag des Biikebrennens Grünkohl mit Kassler, Kochwurst und karamellisierten Kartoffeln gegessen. Schüler:innen auf Sylt haben am Folgetag sogar schulfrei. Nordstrand, Pellworm und Amrum haben bereits Biiken für das Jahr 2023 eingeplant. Weitere Termine können auf den Tourismusinformationsseiten der jeweiligen Regionen recherchiert werden. 

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