Das Schloss vor Husum zeigt aktuell in einer Sonderausstellung Arbeiten von Dietmar Büttner. War der Künstler auch Maler und Plastiker, so stellte er das Medium Grafik in das Zentrum seiner künstlerischen Arbeit. Seit den 1970er Jahren druckte Büttner seine Bilder oft auf großformatige Papiere und Leinwände und überwand einmal mehr die überkommenen Gattungsgrenzen. Er begann mit surrealistischen Figurenkompositionen, in denen sich das Abbildliche vor den Augen des Betrachters im Sinne einer eigengesetzlichen Anlage entwickelt und das Physische mit dem Psychischen eine neuerliche, reale Verbindung eingeht. Wurden diese Bilder noch in verschiedenen Techniken ausgeführt, so druckte er später auf teils unregelmäßigem farbigem Bildgrund mit der Vorgabe einer gleichermaßen grafischen wie plastischen Ausrichtung. Doch nur, um die so gewonnene Aura alsbald in offene Bildräume zu überführen. Darüber hinaus schrieb er mit einem harten Gegenstand in die nasse Farbe, entwickelte freie Strukturen oder schriftartige Zeichen. Zu einer entscheidenden Zäsur fand Büttner als er u.a. mit Wellpappe druckte. Momente des Optisch-Präsenten wie des nicht mehr Greifbaren und dennoch Räumlich-Bezogenen bestimmten sein späteres Schaffen. Das klassische Bildgeviert wurde des Öfteren in trapezförmige oder kreisrunde, vielfach gebogene Formen überführt. Schildformen ermöglichten zudem Bodeninstallationen. Es sind dies Arbeiten, die sich aus einem Zwischenbereich heraus ereignen. Als solche lösen sie einen starken optischen Eindruck aus, sind jedoch, was die Bildwirkung anbelangt, in ihrem Erscheinungsbild nicht länger kontrollierbar.

>>Schloss vor Husum
König-Friedrich-V.-Allee
Di-So 11-17 Uhr

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