Bienen sterben in Massen. Denn unsere moderne Lebensweise entzieht ihnen die Nahrungsquelle. Familie Piening aus Dithmarschen
steuert dem gegen. Mit ihrer Initiative „Blüh für mich“ erschaffen sie ein Pflanzenparadies, um die fleißigen Honigproduzentinnen zu retten.

Naturschutz als Familienanliegen

Bereits in der siebten Generation betreibt Familie Piening in Tiebensee einen landwirtschaftlichen Betrieb. Auf ihren Feldern bauen sie unter anderem Weizen, Gerste, Raps und Kohl an, doch dabei wollen sie es nicht belassen. Seit vergangenem Jahr legen sie um ihre Ackerflächen Blühstreifen an, um damit die Insekten- und Artenvielfalt zu fördern. In Form von Blühpatenschaften kann jede*r die Pienings unterstützen.
„Das Interesse ist in der Bevölkerung groß und auf dem Land haben wir den Platz, um solche Ideen umzusetzen”, sagt Niels Piening. Unter dem Motto „Stadt und Land, Hand in Hand” bietet die Familie Interessierten seit Ende 2019 die Möglichkeit, etwas gegen das Insektensterben zu tun.

Blühende Landschaften

Alle Naturfreund*innen können für ein Stück Ackerland die Finanzierung einer bunten Aussaat übernehmen und so unzähligen Tieren Nahrung und Schutz bieten. 4,5 Kilometer lang und vier Meter in der Breite – so groß war die Fläche der Blühstreifen, die im vergangenen Jahr durch Patinnen umgesetzt wurde. „Wir haben dann selbst noch auf fünf Kilometer aufgestockt und im Mai mit der Aussaat begonnen”, erzählt Niels Piening. Für 2021 hoffen sie, zehn Kilometer erblühen lassen zu können. Die Unterstützer*innen kamen im vergangenen Jahr aus ganz Schleswig-Holstein und viele aus Hamburg. Von Studierenden über Familien bis zu Renter*innen war jede Altersgruppe vertreten.

Bei einem Informationstag für die Pat*innen zeigen Niels und Christian Piening die Blühstreifen.

Nicht nur für die Bienen gut

Die Idee war in erster Linie für Bienen und andere Insektenarten gedacht, die durch die moderne Landwirtschaft und zum Beispiel Steingärten in Gefahr sind. Doch natürlich soll der gesamten Natur und vielen Tieren geholfen werden. So dienen die Blühstreifen auch als Deckung für Rehe, Hasen und andere Kleintiere, aber auch als Futter für Vögel und Wildtiere jeder Art. „Die Saatmischung haben wir so gewählt, dass wir Früh-, Mittel- und Spätblüher dabei haben, damit die Abschnitte der Natur das ganze Jahr über zur Verfügung stehen”, erzählt Christian Piening. Zur Vielfalt der ausgesäten Pflanzen gehören Malve, Klee und Leindotter über Sonnenblumen, Ölleinen und Kräuter bis hin zu Sommerweizen und einigen mehr.

Artenvielfalt erhalten

Schon nach dem ersten Jahr zieht die Familie Piening eine positive Bilanz aus ihrem Projekt. Die Tiere lockt es zu den blühenden Streifen, um sich zu ernähren, Schutz zu finden und sich zu vermehren. „Für die ganze Gesellschaft ist es gut, wenn wir eine möglichst große Artenvielfalt erhalten. Es ist ein Erfolg für alle, wenn die Natur geschützt wird”, sagt Niels Piening und erklärt weiter: „In einer Welt ohne Bestäuber könnten wir nicht leben. In Schleswig-Holstein eignet sich der weit verbreitete Raps als gutes Beispiel.
Ohne Bienen und andere Insekten würde der Raps nicht überleben.” Die Problematik müsse allen deutlich werden, da ist sich Familie Piening sicher, denn ohne Bestäuber wäre unsere Nahrung nicht mehr reich und vielfältig, sondern kaum noch ausreichend für unser eigenes Überleben.

Unterstützung gesucht

Um der drohenden Gefahr des Artensterbens entgegenzutreten, möchte Familie Piening ihre Blühstreifen vergrößern und mehr Unterstützer*innen finden. So ist zum Beispiel Edeka Nord bereits für drei Jahre eine Patenschaft eingegangen. „Es wäre großartig, wenn noch weitere Firmen nachziehen”, sagt Christian Piening. Ob großes Unternehmen oder einzelne Privatperson – jeder kann die Natur unterstützen. Bis zum 15. Mai werden neue Pat*innen für die Aussaat in diesem Jahr aufgenommen, danach können sich die Bienenfreund*innen für 2022 einbringen. Alle weiteren Informationen gibt es auf:

>> www.blueh-fuer-mich.de

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