Der Internist und Allgemeinmediziner Dr. Marius Gawlik aus Neumünster hat es gewagt: Als einziger Schleswig-Holsteiner unter fast 700 Teilnehmenden lief er hunderte Kilometer durch die größte Wüste der Erde. Dr. Marius Gawlik stellt sich immer wieder sportlichen Herausforderungen und so war auch der Marathon des Sables für ihn eine Lebenserfahrung.

Es geht über Dünen und Geröll, durch ausgetrocknete Flussbetten und abgelegene Beduinendörfer, während die Hitze so sehr auf der Haut brennt, dass die Realität vor den Augen zu verschwimmen beginnt. Der Marathon des Sables gilt als einer der härtesten Läufe der Welt und das aus gutem Grund: In dem Ultramarathon geht es gut 250 Kilometer durch den marokkanischen Teil der Sahara, aufgeteilt in sechs Etappen in nur sieben Tagen. Dabei kommt es zu extremen Temperaturschwankungen zwischen tagsüber bis zu 58 Grad und nächtlichen 5 Grad Celsius. Eine körperliche Belastung, der nur die wenigsten gewachsen sind.

Minimale Ausrüstung

Alle Läufer*innen tragen während des gesamten Rennens ihre persönlichen Gegenstände bei sich. In einem zwölf Kilo schweren Rucksack trägt Marius Gawlik also seine gesamte Verpflegung, die 2000 kcal täglich nicht unterschreiten darf, ein Schlangenbiss-Set, einen Kompass, Schlafsack, Stirnlampe und eine Notsignalrakete mit sich. Außerdem ist nur Platz für ein Paar Schuhe, auf eine Isomatte muss der 45-Jährige verzichten. Die Organisatoren stellen Wasser (9-15 Liter täglich), Salztabletten und ein offenes Zelt.

Beim „Marathon des Sables”, einem der härtesten Rennen der Welt, schaffte Dr. Marius Gawlik es als 294. von 672 Teilnehmenden ins Ziel – die Hälfte der Läufer*innen gab auf.

Vorbereitung ist alles

Schon in seiner Schulzeit betätigte Marius Gawlik sich sportlich, spielte Fußball und interessierte sich für Biologie und Ernährung. In Kiel studierte er schließlich Medizin und bildete sich zum Sportmediziner fort. Als er mit dem Laufen begann, wollte er eigentlich nur die Erfahrung eines Marathons machen. Den lief er in New York. Außerdem 160 Kilometer entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze, auch den Iron Man bewältigte er mehrmals. Für Marokko machte er Intervalltraining, lief in der Sauna auf einem Laufband und setzte seinen Körper extremen Situationen aus.

Der Marathon des Sables war der Lauf seines Lebens und Marius Gawliks letzter großer Wettkampf in dieser Sportart. Es bleibt abzuwarten, welchen neuen Herausforderungen er sich zukünftig stellen wird.

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