Zu Besuch bei Hausnummer 30!

Gesichter der Lübecker Innenstadt

Plötzlich 30 - UNESCO Welterbe Lübeck
30 Jahre UNESCO-Welterbe „Lübecker Altstadt“! Zu diesem besonderen Anlass haben wir – passend zum Jubiläumsmotto „Plötzlich 30“ – Menschen aufgesucht, die in der Lübecker Innenstadt in einer Straße mit der Hausnummer 30 ein Geschäft betreiben oder wohnen. Warum haben sie sich für die Innenstadt entschieden? Was ist das Besondere hier? Diese und weitere Fragen haben wir ihnen gestellt, um einige Gesichter der Stadt ein bisschen kennenzulernen und Ihnen, unseren Lesern, vorzustellen.

Rebekka Jeß und Albertina Flaverny (v.l.)
Rebekka Jeß und Albertina Flaverny (v.l.)

Die Große Burgstraße 30 – nicht nur eine Hausnummer, sondern Beleg für eine Erfolgsgeschichte zweier starker Frauen, die ihren eigenen Weg gegangen sind: Noch vor ein paar Jahren schneiderten und verkauften Rebekka Jeß und Albertina Flaverny ihre kreative Mode in ihrer Freizeit, neben dem Berufsleben. Vor drei Jahren haben die Beiden dann den Schritt gewagt, sich mit ihrem eigenen Geschäft in der Großen Burgstraße 30 selbstständig zu machen: „fraj-design“, ein Mix aus individuellem Nähatelier und Biofriseur. Jeß näht maßgeschneiderte Kleidung, Flaverny hat sich als Friseurmeisterin den Traum vom eigenen Bio-Salon erfüllt. Diese Kombination ist einmalig und kommt an, vor allem, weil das gemeinsame Konzept einen ganzheitlichen Ansatz hat, den die zwei Frauen mit Überzeugung vertreten. „Für uns ist es wichtig, in dem Bereich, in dem man sich bewegt, bewusst vorzugehen“, erklärt Flaverny. So verwenden sie für ihre Mode nur Stoffe aus zertifiziertem Bio- und Fairtradehandel und beim Biofriseur ausschließlich Produkte ohne Chemikalien und Tierversuche.

„Wir sind sehr glücklich über unsere Entscheidung“, freuen sich die Powerfrauen, die aus dem ehemaligen Fischgeschäft in der Großen Burgstraße 30 ein wahres Schmuckstück gemacht haben. Dafür haben sie selbst in monatelanger Arbeit die vielen Rigipswände, die das Geschäft in kleine und dunkle Räume unterteilt haben, herausgeschlagen, alte Tapeten abgerissen und Holzfußboden verlegt. Nun erwartet die Besucher ein großer heller, freundlicher Raum. Die beiden Wahllübeckerinnen haben in in der Großen Burgstraße den idealen Standort für „fraj-design“ gefunden. „Wir haben eine tolle Gemeinschaft hier. Alle sind sehr aufgeschlossen und hilfsbereit. Und die Innenstadt ist wunderschön mit ihren vielen Altbauten“, schwärmt Jeß. Sie und Flaverny schätzen die schon fast dörfliche Atmosphäre im Stadtkern. „Man kennt sich oder lernt sich schnell kennen. Es gibt nicht so viel Anonymität wie in anderen Städten.“ Manchmal müsse man mit den Lübeckern etwas Geduld haben, wissen die Zwei. „Aber wenn das Eis einmal gebrochen ist, sind sie überaus herzlich und aufgeschlossen.“ (Fotos: Lena Morgenstern)

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