Wüste, Natur und Wildnis – Traumziel Namibia

von Nadine Sorgenfrei

Mein Herz schlägt seit jeher für Afrika – die Natur, wilde Tiere und die rote Erde haben mich in ihren Bahn gezogen und nie mehr losgelassen. Seit meiner Hochzeitsreise vor zehn Jahren war ich nicht mehr auf dem schwarzen Kontinent. Doch jetzt sind unsere Kinder mit vier, sechs und acht Jahren groß genug für unsere erste gemeinsame Fernreise: Wir fliegen nach Namibia!

Zwischen Wüste und Atlantik
Kennen Sie das südlichste Kurbad Deutschlands? Willkommen in Swakopmund! Die charmante Stadt direkt am Atlantik hat vieles aus der deutschen Kolonialzeit bewahrt. Die Straßen tragen meist deutsche Namen, in der Bäckerei wird man mit „Guten Tag“ begrüßt. In Swakopmund machen auch die Einheimischen Urlaub – hier kann man wunderbar bummeln, entspannen und die sehr guten Restaurants besuchen. Und tolle Abenteuer erleben! Die Wüste liegt direkt vor der Stadt, absolut sehenswert ist die skurrile Mondlandschaft oder eine Jeep-Safari in die orange-leuchtenden Dünen. Mein Mann hat sich das Ganze von oben angesehen: Eine stilechte Cessna fliegt über die Küste und Wüste, über Flamingo-und Robben-Kolonien und Schiffswracks. Ein unvergessliches Abenteuer (www.sossusfly.com).

Etwa eine halbe Stunde Autofahrt entfernt liegt Walfishbay. Dort sind wir mit einem kleinen Motorboot zu Robbenbänken gefahren, haben Pelikane bewundert und waren außer uns vor Entzücken, als eine Delfin-Schule unser Boot begleitete. Als wir dachten, es geht nicht besser, hat unser Skipper Christel noch ein Picknick mit köstlichen, frischen Austern und Champagner für uns aufgetischt (www.levotours.com).

Zeitreise zu den Wurzeln der Menschheit
Sie gelten als das älteste Volk der Welt, leben komplett im Einklang mit der Natur: die „Buschmänner“ (auch „San“ genannt). Wir durften eine Großfamilie dieses ursprünglichen Naturvolkes besuchen und ihre Welt kennen lernen. Welche Pflanzen sind essbar, welche giftig, welche eignen sich als Medizin? Wie geht man auf die Jagd, findet Wasser, macht Feuer? Wie ist eigentlich das Leben ohne Strom, Steuer, Youtube und Aktienfonds? Der Buschmann Dan und seine Verwandten haben es uns gezeigt. Erst waren wir ein wenig schüchtern, diese doch so fremden Menschen in ihrem Zuhause zu besuchen. Aber durch ihre unglaublich herzliche Art haben uns schnell willkommen gefühlt. Wir saßen mit ihnen im Dorf, haben Perlen zu Ketten aufgefädelt, Pfeil und Bogen hergestellt, über Kindererziehung gequatscht, gespielt, getanzt. Unsere kleine Eva hat den Stamm besonders ins Herz geschlossen. Sie passte wunderbar in die Familie – nur ihre helle Haut und Haare haben verraten, dass sie doch eine norddeutsche Deern ist.

Spaziergang mit Giraffen
Es ist Samstagmorgen, wir machen nach dem Frühstück einen Spaziergang. Entdecken in der Ferne Oryxantilopen, es flüchten ein paar Warzenschweine vor uns. Plötzlich erheben sich drei, vier Köpfe aus dem Busch: Giraffen, kaum 30 Meter entfernt. Ein Baby ist auch dabei. Die Welt scheint still zu stehen, als wir diesen majestätischen Tieren in die Augen sehen. Ohne Zaun, ohne Jeep. In diesem Moment durchdringt tiefste Dankbarkeit mein Herz. Dankbarkeit für diese Welt, diese wundervolle Natur und für diesen ganz besonderen Moment.

Die Begegnungen mit Tieren in ihrer natürlichen Umgebung ist das, was uns alle am meisten fasziniert, vor allem die Kinder. Wir besuchen auch den Etosha-Nationalpark. Beobachten eine Elefantenherde beim Baden, Löwen, wie sie in der Sonne dösen und sehr scheue Nashörner.

Drei Finger gestreckt, Daumen abgespreizt und den Zeigefinger angewinkelt – so sieht die Silhouette von Namibia aus. Der Daumen ist dabei der Caprivi-
Zipfel zwischen Angola, Sambia, Simbabwe und Botswana.

Vier Wochen haben wir in Namibia verbracht, haben so viel gesehen und doch so vieles noch nicht. Vor allem die Kinder haben unvergessliche Eindrücke gewonnen, Vertrauen zu fremden Orten und Menschen gefasst und Abenteuer erlebt, die kein TV oder iPad ihnen je bieten könnte. Es war die Reise unseres Lebens.

Wer ausführlichere Geschichten unserer Reise lesen möchte,
findet sie auf www.sorgenfrei-unterwegs.com.

Gut zu wissen

• Der Flug von Deutschland nach Namibia dauert rund elf Stunden, Flüge gibt es ab 500 € (z.Bsp. South African Airways oder Air Namibia).

• Die beste Reisezeit ist der namibische Winter im Juli und August. Die Tagestemperaturen liegen bei angenehmen 24-26°C. Außerdem ist Trockenzeit, auf Safari hat man bessere Chancen, Tiere am Wasserloch zu beobachten. Aber: Es ist auch Hauptreisezeit. Unterkünfte und Mietwagen sollten rechtzeitig gebucht werden.

• Der Standart der Hotels und Lodges ist sehr hoch. Bereits unter 100€/DZ/Nacht bekommt man luxuriöse Unterkünfte mit fantastischem Frühstück und Service. Diese kann ich persönlich besonders empfehlen:

• Atlantic Villa, Swakopmund: 200 Meter vom Atlantik gelegen, geräumig, modern und sehr stilvoll, außerordentlicher Service.

• Mount Etjo, Omaruru: Luxus-Lodge mit exquisitem Grillbuffet, Nilpferde kann man vom Garten aus beobachten, geführte Safari-Touren.

• Aloegrove Safari Lodge, Otjiwarongo: Charmante Cottages, sehr hoch gelegen, dadurch ein atemberaubender Weitblick. Löwen- und Gepardenfütterung, familiärer Service inkl. sehr gutem Dinner.

• Etendero, Omaruru: Weit abgelegene, herrlich entspannte Farm mit Felsmalereien und Amethysten-Miene, die von einem deutschen Ehepaar betrieben wird. Apfelkuchen auf der Veranda, Abendessen
im Wohnzimmer – persönlicher geht es nicht.

• Hakusembe River Lodge: Luxus direkt am Okavango-Fluss, romantische Sundowner-Touren mit dem Boot.