Stilvoll, gemütlich, zauberhaft – Gasthof Alt Sieseby

Neun Jahre war Maria von Randow die Pächterin des „Riesby Krog“ im beschaulichen Rieseby. Bis 2017 empfing die Tochter aus altem Adelshaus dort herzlich und liebevoll ihre Gäste und versorgte sie mit feiner regionaler Kost. Aber es fehlte immer was: eigene Hotelzimmer. Im wunderschön an der Schlei gelegenen Dörfchen Sieseby, unweit der alten Heimat, ergab sich eine Lösung. Der Traditionsgasthof „Alt Sieseby“ von 1867 stand leer und ziemlich runtergekommen da.  Maria von Randow schlug beherzt zu und ließ ihn neun Monate aufwendig renovieren. Es hat sich gelohnt, entstand doch einer der schönsten Dorfgasthöfe im Norden.

 

Wie zu Hause

Maria von Randow ist hier angekommen und kann nun ganz ihre natürlichen Gastgeberqualitäten ausspielen. Sie hat den Krog so gestaltet, wie sie ihre privaten Räume einrichten würde: mit viel Liebe und gutem Geschmack. Der alte Fliesenboden unter vielen Lagen Linoleum wurde wieder zum Leben erweckt, ein edler großer Tresen in den Eingangsbereich gebaut, mit blinkenden Kronleuchtern beleuchtet, eine wunderschöne Treppe führt hoch zu den Gästezimmern. Überall findet sich im Haus ein Stilmix aus Alt-Englisch und Skandinavisch – elegant und gemütlich. Die fünf Zimmer und die Familiensuite laden zu mehr als nur eine Nacht ein, hier lassen sich auch ganze Ferienwochen bestens aushalten. Von meinem Bett aus, schaue ich auf die Schlei am Morgen: einfach zauberhaft. Von Randows „gute Perle“ Iwona sorgt am nächsten Morgen für ein feines ländlich-frisches Frühstück, welches keine Wünsche offen lässt. Auf welcher Seite des Tresens man sich im Gastraum niederlässt, spielt eigentlich keine Rolle, immer fällt das Auge auf geschmackvolle Details und interessante Bilder. Es gibt hier viel zu entdecken.

Ländlich fein

In Schwansen, wie die schmucke Halbinsel zwischen Schlei und Eckernförder Bucht genannt wird, sind gute Lieferanten nicht weit. Maria von Randow kennt ihre „Pappenheimer“ nun schon seit Jahren und bezieht viele Produkte aus der Region. In ihrem Gasthof werden ordentliche Portionen gereicht, aber weit entfernt von rustikaler Völlerei. Der gut abgeschmeckte Rindertatar überzeugt wie das saftige Roastbeef. „Fischpott“ heißt die erdig mit hausgemachtem Krebssud gekochte schmackhafte Fischsuppe, auch diese klassisch, aber nicht zu deftig zubereitet. Hausgemachte Ravioli mit Gemüsefüllung gab es bei unserem Besuch: ein Genuss. Alles wird hier auf Bunzlauer Keramik angerichtet – sieht klasse aus. Die Karte ist überschaubar. Bratkartoffel-Fans werden ebenso fündig wie Braten- und Fischliebhaber und Vegetarier finden auch anständige Angebote. Jeder Gang ist liebevoll erdacht, handwerklich zubereitet und mit Finesse zu Teller gebracht. Hausgebackenen Kuchen bekommt man hier natürlich auch, dazu sehr guten Espresso und der Filterkaffee wird für jeden Gast in der Original „Chemex“ Karaffe frisch gebrüht. Außer Montag ist hier ab 12 Uhr durchgehend geöffnet und dies in aller Konsequenz. Wo man sonst am Nachmittag oder frühen Abend in Ausflugs-Gegenden oft außer Kuchen oder einem „Verlegenheits-Süppchen“ nichts bekommt, wird hier durchgehend frisch gekocht. Eine wertvolle Dienstleistung für Reisende.

Schöne Ausflugsziele sind an der Schlei nie weit weg. Jetzt im Frühsommer präsentiert sich die Region im kühlen Blau, frischem Grün und leuchtendem Gelb. Wer erst einmal die Magie der Farbwelten während der Rapsblüte für sich entdeckt hat, der kann sich dem magischen Zauber nicht entziehen. Der sich auch bei einem Besuch des Gasthofes Alt Sieseby einstellen kann. Ein guter Ausgangspunkt für magische Momente.