Eine gute Muskulatur ist die Basis für einen starken Rücken.

Die Muskeln gehören – neben Knochen, Gelenken und Nerven – zu den wichtigsten Bestandteilen des Bewegungsapparates. Durch Sehnen und Bänder verbunden, bilden sie funktionelle Einheiten mit den Knochen – die Grundlage jeder Bewegung. Außerdem haben sie weitere positive Effekte für die Gesundheit beziehungsweise die Funktion von Knochen, Stoffwechsel und Gehirn. Starke Bauch- und Rückenmuskeln verringern das Risiko von Rückenschmerzen und den damit verbundenen Problemen oder sogar Arbeitsausfällen. Auch die Faszien (Bindegewebsstrukturen, die die Muskeln umgeben) sind wichtig für die Muskelfunktion und die Entstehung von Rückenschmerzen.

Wir sind nicht für langes Sitzen gemacht. Bewegung ist auch am Arbeitsplatz essentiell 
für einen gesunden Rücken.

Was stärkt die Muskeln

Ohne Bewegung, ohne Kraftanstrengung, haben die Muskeln nichts zu tun und verlieren ihre Funktion, es kann sogar zu Muskelschwund kommen. Bewegungsmangel, Fehlhaltungen, aber auch Bewegungsmonotonie – zum Beispiel durch stundenlanges Sitzen ohne Bewegungsausgleich – schaden unserer Muskulatur. Ausgleich finden wir beim Sport oder bei der Gartenarbeit, beim Muskeltraining, aber auch bei Entspannungsübungen – denn Stress ist häufig mit verantwortlich für Rückenprobleme, egal ob im Lendenwirbelbereich oder im Nacken. Ob nun Ausdauersport wie Schwimmen oder Radfahren oder Muskelaufbau an Geräten im Studio – Hauptsache der Körper bekommt regelmäßig Bewegung. Sofern noch keine größeren Probleme bestehen, eignen sich rückenfreundliche Sportarten wie Schwimmen oder Yoga. Wer schon unter gelegentlichen Schmerzen leidet oder vorbelastet ist, sollte gezieltes Rückentraining in Betracht ziehen oder eine Rehasport-Gruppe aufsuchen. Nahrungsmittel, die die Muskulatur unterstützen, sind Eier (wegen des Eiweißes) sowie (Rind-) Fleisch, das zum Eiweiß auch wichtiges Zink und Eisen enthält, oder Lachs aufgrund der Omega-3-Fettsäuren. Auch Milchprodukte enthalten viele Proteine, sollten aber auch immer mit Kohlenhydraten ergänzt werden: Denn diese liefern die Energie, die der Körper braucht, um Muskeln wachsen zu lassen. Mandeln und Gemüse enthalten viele Antioxidantien und sind daher als Radikalfänger optimale Nährstoffgeber nach dem Sport, damit sich die Muskulatur schneller wieder erholt. Auch Vitamin D oder Magnesium sollen helfen, die Muskulatur zu stärken und belastbarer zu machen. Wer schon unter Schmerzen oder Verspannungen leidet oder chronisch vorbelastet ist, kann in Akutsituationen mit Schmerzsalben, muskelentspannenden Bädern oder einer Massage mit schmerzstillenden Pflanzenölen Abhilfe schaffen.

Auch im Alltag an den Rücken denken

Wer die Schmerzen nicht loswird, sollte auch mal an einen Matratzenwechsel denken. Alte, durchgelegene Schlafunterlagen können die Schmerzen verstärken und für qualvoll schmerzhafte, unruhige Nächte sorgen. Statt nur am Schreibtisch zu sitzen, sollte man sich einmal stündlich den Wecker stellen für ein paar kurze, muskelentspannende und stärkende Übungen – oder wenigstens, um sich einen Kaffee am nächsten Automaten zu holen und die Muskulatur ein wenig zu lockern. Auch spezielle Stühle oder erhöhte Tische helfen im Büro, die Muskulatur zu stärken beziehungsweise zu unterstützen und den Rücken zu entlasten. Physiotherapeuten können zeigen, wie man schwere Lasten oder Einkäufe rückenfreundlich hebt und entsprechend aufsteht beziehungsweise sich hinsetzt. Weitere Infos zum Tag der Rückengesundheit und den Veranstaltern, sowie Tipps und Übungen, finden Interessierte unter www.agr-ev.de oder www.bdr-ev.de.

Stets Haltung bewahren!

Der Bauch steht vor, der Kopf vergräbt sich in den Schultern und beim Gehen werden die Beine schwerfällig hinterher gezogen: Eine solche Haltung und Gangart führt häufig zu Schmerzen im Bereich der Hals- und Lendenwirbelsäule. Diese lassen sich vermeiden, indem man die richtige Position einnimmt, die der natürlichen Position der Wirbelsäule entspricht: Der Kopf ist mittig, Schultern und Hüften sind parallel zueinander gestellt, der Hals verläuft gerade. Die Wirbelsäule ist langgestreckt, der Nacken offen und die Schultern sind breit und unverdreht.