Stadtwerke Kiel: „Jeder steht für jeden ein.“


Im Januar präsentierte FOCUS-BUSINESS die „Top-Arbeitgeber 2018“. Zwei Stadtwerke aus Schleswig-Holstein landeten im Ranking* weit vorn, die Stadtwerke Kiel (SWK) auf dem 16. und die SWN Neumünster auf dem 23. Platz – von 1.000 Unternehmen aller Branchen! Das ist erfreulich und der Rede wert: Lebensart sprach mit Anja Fiedler aus dem Personalmanagement des Kieler Top-Arbeitgebers.

Frau Fiedler, wie haben Geschäfts- und Personalleitung auf die Platzierung reagiert?
Mit Jubel und stolzem Grinsen! Es ist toll, dass unsere Bemühungen und Maßnahmen offenbar fruchten. Und da es sich ja um eine unabhängige, anonyme Befragung handelte, sind die Bewertungen wirklich ehrlich. So eine Auszeichnung strahlt übrigens auch nach innen: Sie bestärkt die Kolleginnen und Kollegen darin, lange bei uns zu bleiben.

Haben sich infolgedessen mehr Bewerber bei Ihnen gemeldet?
Mehr nicht – aber die, die wir haben wollen (lacht)! Generell merken wir seit geraumer Zeit: Nur ein gutes Gehalt ist vielen Jobanwärtern nicht mehr so wichtig – ein Wohlfühlklima, flexible Arbeitszeiten oder eine tolle Kantine dagegen schon.

„Wohlfühlklima“ klingt gut. Könnten Sie dieses näher beschreiben?
Dazu gehört ein wertschätzender, respektvoller Umgang miteinander, angefangen beim freundlichen Grüßen bis hin zum konstruktiven Feedbackgespräch. Neue Impulse von Mitarbeitern sind immer willkommen. Was die Stadtwerke noch charakterisiert: Jeder steht für jeden ein. Wenn jemand mal mit einer Aufgabe überfordert ist oder eine private Krise hat, kann er oder sie das frei heraus sagen und auf Hilfe zählen. Zusätzlich hilft das „Mitarbeiterunterstützungstelefon“ von Otheb Kiel bei diversen Problemen mit Rat und Tat.

Im Zusatzranking „Gesund & fit“ belegten die SWK sogar den 1. Platz! Wie das?
Allein unser Betriebssportverein hat 18 Sportarten im Repertoire, von Fußball bis Golf, von Squash bis Tanzen – und auf dem Wasser: Drachenboot und Kutterpullen. Desweiteren fördern wir zielgruppengerecht die Gesundheit: Für Azubis und jüngere Kollegen etwa gibt es das trendige Freeletics, für Leute, die viel sitzen, die „Bewegte Mittagspause“ und für Handwerker spezielle Rückentrainings und Massagen vor Ort.

Und was tragen Sie zur berühmten „Work-Life-Balance“ bei?
Unter anderem achten wir darauf, dass wenig Überstunden anfallen und diese zügig abgebummelt werden. Wir haben eine großzügige Gleitzeitregelung und flexible Arbeitszeitmodelle einschließlich Homeoffice. Beruf und Familie müssen vereinbar sein, und mit Familie meinen wir alle Angehörigen, selbst Haustiere. Unsere Leistungen diesbezüglich lassen wir von der Hertie-Stiftung zertifizieren.

Bei „Weiterbildung & Entwicklung“ liegen Sie unter den Top 30, wie bringen Sie Ihre Mannschaft voran?
Es beginnt mit einer modernen Ausbildung in unserem eigenen Zentrum. Dort bereiten wir den Nachwuchs auch auf die globale, sich schnell wandelnde Wirtschaftsgesellschaft vor. Jungakademiker können 18-monatige Traineeprogramme absolvieren; die weiteren Mitarbeiter wählen nach Bedarf aus einem bunten Strauß an Seminaren, Online-Schulungen, Tagungen und mehr aus. Sehr beliebt sind Hospitationen in andere Arbeitsbereiche, da schaut etwa der Praktiker aus dem Kraftwerk mal dem Planer im Büro über die Schulter – oder umgekehrt.

Gibt es etwas, das Sie als Arbeitgeber noch besser machen wollen?
Ein Punkt ist die interne Kommunikation. Wir planen, ein „Social Intranet“ einzuführen: Damit kann man chatten, sich austauschen, informieren. Aber auch Kommentare abgeben, Kritik oder Wünsche äußern, ob nun zum Mittagessen oder zum Thema Weiterbildung. Wir glauben an positive Effekte durch mehr und offeneren Dialog.

Die Stadtwerke Kiel versorgen die Region mit Strom, Gas, Wasser und Wärme. Fast 1.000 Frauen und Männer sind hier beschäftigt. Rund 60 Prozent arbeiten im Verwaltungs- oder Technikbüro im Uhlenkrog, die anderen „draußen“, etwa in einem Umspannwerk, Wasserwerk oder aktuell auf der Baustelle des innovativen Küstenkraftwerks K.I.E.L. Im Unternehmen überwiegen kaufmännische und technische Berufe, u.a. der Fächer Elektro­technik, Mechatronik und Maschinenbau. Hierbei reichen die Positionen vom Monteur bis zum projektleitenden Techniker oder Ingenieur.

www.stadtwerke-kiel.de

* Für die Studie ließ die Firma Statista rund 21.000 Festangestellte von deutschen Arbeitgebern (ab 500 Mitarbeitern) anonym befragen, zu Betriebsklima, Kommunikation, Bezahlung, Image und Führungsstil. Auch wurde gefragt, ob er oder sie den eigenen Arbeitgeber weiterempfehlen würde. Zusätzlich flossen die Ergebnisse einer Xing-Umfrage und Bewertungen der Plattform Kununu ein – insgesamt über 127.000 Beurteilungen.