Der Kartoffelbefehl vom „Alten Fritz“

Als der holsteinische Dichter Matthias Claudius (1740-1815) das Kartoffellied schrieb, da waren die „Kantüffeln“ im Norden Deutschlands angekommen. Den Weg ebneten spanische Kapitäne, die diese wertvolle Knollenfrucht im 17. Jahrhundert in ihren Schiffen zur Versorgung [weiterlesen]

Motivatschons-Kurs

Elk een Motivatschons-Kursus fangt mit de Fraag an: Is dat Glas halfvull oder halvleer? Dor ward denn lang un breed över snackt, wokeen positiv denkt un wokeen eher to de Pessimisten tohört. Dat is ok [weiterlesen]

Luftmadratzen-Tango

Mien Patenkind Mathias un sien lütten Broder Markus schüllt een Wuchenenn bi mi övernachten. De Öllern föhrt to een Kongress na Dresden. Dor laat ick mi, as Patentante, natürlich wat infallen, dat de beiden Budjers [weiterlesen]

Bange machen gilt nich!

Früher als Kinder, eher wohl Jugendliche, hauten wir oft diese Ansage heraus. Angsthaben war nicht wirklich zugelassen, Mut gefordert. Ein bisschen Bange war mir aber schon vor diesem September. So verregnet und gefühlt kühl, windig [weiterlesen]

Wetterleuchten

Trotz minütlich abrufbarer Wetterapps, trotz inflationär sich vermehrender Wetterseiten und -diensten im Netz: Was wären wir ohne die im Radio oder Fernsehen gesprochenen Wetterberichte – Wetternachrichten, denen wir – nebenbei und im Falle Fernsehen – [weiterlesen]

Ein neues Pflaster in Akkordzeit

Als die dänische Regierung in Kopenhagen am 19. Oktober 1829 bekannt gab, dass eine Chaussee von Altona nach Kiel gebaut werden sollte, fiel der Startschuss für eine der wichtigsten Infrastrukturmaßnahmen in der Zeit vor der [weiterlesen]

Mythos Sommerloch

Was ist eigentlich ein Mythos? Mythos kommt aus dem Alt-Griechischen und bedeutet so viel wie überlieferte Erzählung. Mythen erzählen Geschichten, in denen ein rätselhaftes oder besonders interessantes Geschehen in einem (mal mehr, mal weniger) plausiblen [weiterlesen]

Manche schaffen es eben doch

Eines muss und soll man gerne und – warum nicht? – bewundernd den Koalitionsverhandlungen sowohl in Nordrhein-Westfalen als auch vor allem hier im schönen Land zwischen den Meeren, dem sog. Echten Norden (Preisfrage schon mal [weiterlesen]

Allens klor …?

Mien Navers Guschi un Mathilde Sievers hebbt eern Enkel Torben ut Frankfurt to Besöök. De Jung is een Stadt-Kind un kümmt in‘ Harvst na School. As wi mit een Pott Koffie op de Rentnerbank sitt, [weiterlesen]

Das Superthema

Es gibt ein Thema, mit dem man auf jeder Party und bei jedem Small Talk locker punkten kann. Es eignet sich für das Gespräch am Eltern- wie am Kegelabend, beim Ärztekongress und bei Bauerntagen, beim [weiterlesen]

Regel – mäßig

Ich weiß gar nicht so recht, wo ich eigentlich anfangen soll. So vieles ist dieses Jahr anders – gestern noch nordische Küstenkoalition, plötzlich subtropisches Jamaika. Intelligente, empathische Präsidenten werden ausgewechselt, politische Abkommen gekündigt und mehr. [weiterlesen]

De Mirabell-Macke

Siet uns Kinner so grot sünd, dat se an‘n Sünndag eer eegen Programm maakt, verafredt wi uns geern mit Gesa un Fred. Vergangen Sünndag harrn wi Lust to een Spazeergang an de Ostsee-Luft. Wi hebbt [weiterlesen]

Bedeutende Botschaften nebst Abgas

Schleswig-Holstein hatte am 7. Mai gewählt – die klugen Lebensartchefinnen gaben dem Kolumnisten Zeit bis zum äußersten Redaktionsschluss, um das Ergebnis zu berücksichtigen. Das Wahlergebnis haben wir, aber noch keine neue Regierung. Und die Nachricht, [weiterlesen]

Gipfelsturm

Es kommt immer so plötzlich, so unverhofft. Zumindest kommt es einem so vor. Gerade erst hat man sich mithilfe des Maiwetters anfangen dürfen wohlzufühlen. Wenn sie denn da war, dann aber richtig. Die Sonne hat [weiterlesen]

Jedes Jahr anders

Für ihren makaberen – und gerade deswegen feinsinnigen– Humor sind die Engländer ja weitreichend bekannt. Auch wenn dieser Humor viel Raum einnehmen könnte, der höfliche, sich stets zurückhaltende Engländer weiß es zu vermeiden. Neben diesem [weiterlesen]

Was heißt hier eigentlich sozial?

Hat irgendjemand etwas gegen das Adjektiv ‚sozial‘ vorzubringen? Sicher eher nicht – ich aber in genau einem Fall allmählich ziemlich massiv. Der Fall, der Zusammenhang: Soziale Netzwerke. Wer ist eigentlich auf die ebenso grandiose wie [weiterlesen]

Tied indeelen

Chrischan un Guschi sitt mol wedder op de Rentnerbank, de mit’n Rüüg an de lütte Wand twüschen de beiden Garaschen steiht. So künnt se över de Opfahrten bit op de Straat kieken un beluern, wat [weiterlesen]

Die Dichterin der Marschen

Thusnelda Kühl (1872 – 1935) ist bis heute in ihrem Landstrich nicht vergessen worden. Sie beschrieb in ihren Romanen, Novellen und Aufsätzen die „ruhevolle, stolze Schönheit ihrer Heimat“ und skizzierte einfühlsam den „herben, hochmütigen, tüchtigen [weiterlesen]

Ostereier-Speeltüch

Wat maakst du Ostern?“ fragt mien Fründin Lisa, „wüllt wi tosaamen fröhstücken, – mit all de Kinner Ostereiersööken in uns groten Goorn?“ Sowat laat ick mi doch nich tweemol fragen un beed glieks an, dat [weiterlesen]

Die Eiderkruste

Deutschland sei „das Land mit der einzigartigen Brotkultur weltweit“ befindet die Initiative „Deutsche Brotkultur“ des Zentralverbandes des Deutschen Bäckerhandwerks e.V. und strebt deswegen eine Aufnahme dieses offenbar weltweit vollkommen einzigartigen Backens in die UNESCO-Liste des [weiterlesen]

Wer weiß?

Eines ist in Stein gemeißelt: Diese Kolumne muss so ca 3-4 Wochen vor ihrem Erscheinen geschrieben werden. Das bedeutet aber, dass ich praktisch nichts über Trump schreiben kann. Ich würde ja gern über Trump schreiben, [weiterlesen]

Geschafft

Das so ein verkorkster Name so eine große Welle schlagen kann. Vier Buchstaben bei deren Aussprache man sich sehr konzentrieren muss, sonst bricht die Zunge: „März“. Wer dieses Wort sauber ausspricht, hat es wahrscheinlich deswegen [weiterlesen]

Reeken – Kunst

Bi Familie Mathiesen is mol wedder Grotöllern-Tied. Mien Fründin Lisa is mit eern Mann to een wichtigen Termin ünnerwegens. Aber dat maakt för de Kinner gor nix. De freut sick, dat se bi Oma un [weiterlesen]

Bilderbuchkarriere ohne Studium

Sie war Autodidaktin, der Zugang zur Universität blieb ihr im 19. Jahrhundert als Frau verwehrt; aber dank ihres unermüdlichen Selbststudiums machte sie eine wissenschaftliche Karriere. Johanna Mestorf (1828-1909) wird in Bad Bramstedt geboren. Ihr Vater, [weiterlesen]

Der Fisch

Dort, wo das Herz der Innenstadt in Neumünster besonders laut schlägt, steht die Skulptur seit 45 Jahren nicht mehr auf ganz so festem Sockel. Wer die Kreuzung Gänsemarkt/Großflecken/Kuhberg passiert, läuft direkt auf den „Fisch“ zu. [weiterlesen]

Lebendige Kunst gehört unter Menschen

Am 1. Augustwochenende lebt das beschauliche Dorf Wacken bei Itzehoe im Ausnahmezustand. Jahr für Jahr pilgern 75 000 Fans zum Heavy-Metal-Festival und erobern die Wiesen zum Feiern und Campen. An einem geht dieser riesige Ansturm [weiterlesen]

Schwerer Start in die Demokratie

Am 23. August 1946 wurde durch die britische Besatzungsmacht das Bundesland Schleswig-Holstein gegründet und die Auflösung Preußens eingeleitet. Die Vorbereitungen für den Weg in die Demokratie hatten bereits am 15. November 1945 begonnen. Theodor Steltzer, [weiterlesen]

Wolfsbraten an Heumilch

Da so viele Nachrichten auf uns einströmen und wir eh nicht alles schnallen, sind Filterinstrumente nötiger denn je: Die Gegenteilanalyse hilft. Neulich las ich auf der Verpackung eines aus Bayern bestellten Käses (jawoll, Bioqualität), dass jener aus „tagesfrischer Heumilch“ entstanden sei. Wer aber kann sich etwas unter „tagesfrisch“ vorstellen (von der Problematik, aus Heu Milch zu gewinnen, anstelle es den Rindviechern zu essen zu geben, einmal abgesehen)? Wer dann in der Lage ist – Gegenteilanalyse!! – die Idiotie eines Adjektivs „nachtalt“ nachzuvollziehen, der wird wissen, warum tagesfrisch genau so dämlich ist. [weiterlesen]

… und nur das Weibliche ziert die Frauen

Fanny Mendelssohn Bartholdy (1805-1847) war musikalisch hoch begabt, aber im Gegensatz zu ihrem Bruder Felix war es ihr nicht vergönnt, zu Weltruhm zu gelangen. In ihren Kreisen war es im 19. Jahrhundert nicht „schicklich“, dass [weiterlesen]

Ein Weltbürger von der Insel Föhr

Der Arzt, Forscher und Unternehmer Frederik Paulsen gründete 1988 die Ferring-Stiftung in Alkersum. Sie sollte über die Grenzen Frieslands hinaus die Wurzeln aller Friesen kulturell und politisch stärken. Er förderte die friesische Sprache und hat [weiterlesen]