Neues Jahr und altes Glück

Eistauchen, rote Unterwäsche und Glücksschweine – über merkwürdige Bräuche zum Jahreswechsel

Glücksschweine, Glücksklee oder Schornsteinfeger: Zum Jahreswechsel wollen wir uns eine glückliche Zukunft herbeizaubern. Man kann es aber auch mit Glückstrauben, Pudding oder roter Unterwäsche versuchen … Vielleicht haben Sie ja Lust, im nächsten Neuen Jahr das Glück ganz woanders zu suchen. Happy New Year!

Godt Nytår! • Onnellista Uutta Vuotta!
Stühlehopsen in Dänemark

Den Dänen scheint es Glück zu bringen, wenn sie synchron um Mitternacht von Stühlen ins Neue Jahr hopsen. In Schweden isst man zu Weihnachten oder auch in der Silvesternacht einen cremigen Milchreis oder Pudding, in dem eine Mandel versteckt ist. Diese steht für Reichtum und Glück und darf nicht verschluckt werden. Den Finnen genügt anscheinend das Mini-Bleigießen nicht, da sie Hufeisen über einem offenen Feuer schmelzen und ins Wasser kippen: Ein Pferd oder eine Stiefel-Form stehen hierbei für Reisen, ein kaputter Ring für Trennung.

Feliz Año Nuevo!
Nochevieja (die alte Nacht) in Spanien

Wenn die Turmuhr des Hauptpostamtes auf dem Platz Puerta del Sol im Herzen von Madrid um Mitternacht zwölf Glockenschläge ertönen lässt, sehen das die Spanier im ganzen Land. Vor dem Fernsehapparat oder auf öffentlichen Plätzen vor großen Video-Leinwänden isst man dann zwölf Trauben im Takt der zwölf Turmuhrschläge. Dies soll für das neue Jahr Glück bringen. Die zwölf „uvas de la suerte“ (Weintrauben des Glücks) gibt es abgezählt in Plastiktütchen oder auch in kleinen Konservendosen zu kaufen.

Es Guets Neus Johr!
Glücksschwein-Wettrennen in Klosters

Im schweizerischen Bergdorf scheinen die kleinen Marzipanschweinchen fürs Glück nicht auszureichen. Da findet am Neujahrstag das sogenannte Hotschrennen statt: Zehn kleine Ferkel werden um den Titel des Glücksschweins ins Rennen geschickt, nachdem man sie wochenlang vorher trainiert hat, sich ja nicht vom Ziel ablenken zu lassen und Hindernisse geschickt zu umgehen. Um die Schweine zu unterscheiden, tragen sie farbige Jacken, während die Zuschauer sich mit Kirschlikör (Röteli) vergnügen.

Gullukkig Niuw Jaar!
Neujahrstauchen in Holland

Das auch an norddeutschen Küsten übliche Neujahrsschwimmen hat am Strand des Den Haager Stadtteils Scheveningen ziemliche Ausmaße angenommen: Mehr als 10.000 Holländer mit einigen Touristen im Schlepptau wagen auch bei Minusgraden den Schritt ins kalte Nass, vorsorglich geschützt durch Badekleidung, Handschuhe und eine orangefarbene Wollmütze.

Buon Capodanno!
Der brennende Mann in Italien

In Bologna, im Volksmund La Grassa (die Fette) genannt, essen die Italiener in der Silvesternacht erst einmal ausgiebig im Kreise der Familie: fette Fleischwurst, verfeinert mit Muskatnuss, Zimt oder Gewürznelke oder Schweinsfuß mit Linsen. Das soll angeblich dafür sorgen, dass den Familien im neuen Jahr das Geld nicht ausgeht. Genau wie die Spanier glauben die Italiener, dass zudem das Tragen roter Unterwäsche Glück bringt. So gekleidet trifft man sich um 24 Uhr rund um die mittelalterliche Piazza Maggiore. Im „Rogo del Vecchione“ wird dann ein überdimensionaler Strohmann angezündet, in Schaltjahren ist es eine Frau … Mit diesem alten Ritual sollen die negativen Energien des alten Jahres vertrieben werden.

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