Kaffee-Genuss ohne Reue

von Jens Mecklenburg

Kaffeekirschen am Zweig

Kaffeeliebhaber befinden sich seit Jahrhunderten in bester Gesellschaft. In Europa feierte der Kaffee vor 400 Jahren seinen Einstand vor allem als anregende Arznei für Kreislaufgeschwächte. Alsbald avancierte er zum Kultgetränk. Im Vorderen Orient kannte man das belebende Getränk schon wesentlich länger. Der Sage nach beginnt die Geschichte im Hochland von Abessinien, dem heutigen Äthiopien. Die einstige Provinz Kaffa wurde zur Namensgeberin der immergrünen Pflanze. Dort soll die Kaffeepflanze im 8. Jahrhundert von einem Ziegenhirten namens Kaldi entdeckt worden sein. Seine Ziegen weideten besonders gern an den Plätzen, an denen Büsche mit kleinen roten, kirschähnlichen Früchten wuchsen. Wenn die Tiere davon genascht hatten, waren sie danach stets besonders munter und tanzten sogar nachts im Mondschein. Kaldi und den anderen Ziegenhirten war dies nicht ganz geheuer. Sie gingen zu einem Mönch und baten ihn um Rat. Dieser zerstampfte, röstete und kochte die unbekannten Früchte kurzerhand und empfahl den Sud nach der ersten Kostprobe auch anderen Mönchen zum Genuss. Das Kaffeegetränk war geboren.

Fairer Bio-Kaffee

„Global denken, lokal handeln“ lautet ein alter Spruch der Alternativbewegung. Fairer Handel wird als „Politik mit dem Einkaufskorb“ verstanden. Bewusster Konsum ist ja durchaus sympathisch und kann seit vielen Jahren durch „FairHandeln“ in Kiel befriedigt werden. Von „Kiel-Kaffee“ über „Lübeck-Kaffee“ bis zu feinsten Espresso-Bohnen reicht das Angebot. Den Kaffee beziehen sie ausschließlich von Kleinbauern, die sich in Genossenschaften oder Kooperativen zusammengeschlossen haben. Zu allen Erzeugern besteht ein direkter Kontakt. Die Kleinbauern werden beraten und gefördert: durch fest garantierte Mindestpreise, langfristige Abnahmeverträge und Vorfinanzierung. Der faire Handel ermöglicht die Unterstützung sozialer Projekte wie z. B. medizinische Versorgung, den Bau von Schulen und Kindertagesstätten. Darüber hinaus fördert „FairHandeln“ den ökologischen Anbau, der ohne den Einsatz von Pestiziden und schnell wirkenden Mineraldüngern auskommt.
Ein weiterer Pluspunkt ist der gute Geschmack. Die Kaffeebohnen Fuerte zum Beispiel überzeugen den leidenschaftlichen Espressotrinker deutlich mehr als die Bohnen eines allgegenwärtigen italienischen Qualitätsprodukts aus dem Supermarktregal. Dabei sind sie nur unwesentlich teurer. Fuerte ist kräftig, subtil würzig und harmonisch im Geschmack, man wird sogar mit einer feinen Schokonote im Abgang verwöhnt. Ein Espresso mit Tiefgang. Mehr geht nun wirklich nicht in Sachen Genuss ohne Reue. Ich bin mir sicher: Nach einer Tasse Fuerte würden auch Kaldis Ziegen wieder im Mondschein tanzen.

FairHandeln, Kirchhofallee 14, Kiel,
Tel. 0431 / 671008, www.kiel-kaffee.de

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