Generalagent FB war erreichbar

von Stephan Opitz

Mobiltelefone sind keine Telefone mehr, seit man sie Smartphones nennt oder ihnen einen angebissenen Apfel auf den Rücken graviert. Wer das für übertrieben hält, der versuche jemand anderen auf dessen Mobiltelefon anzurufen. Die Leute schreiben sich whatsapps und sms oder kommunizieren auf irgendwelchen Gangsteroberflächen im Netz, die auch der amerikanische Zwitscherchefpräsident nutzt. Und je jünger sie sind, desto weniger nutzen sie Telefone zum Telefonieren, sondern nur zum Draufglotzen. Und wenn man sie anruft, dann kriegt man zu hören, dass der Kunde „vorrübergehend nicht erreichbar“ sei. Das kann Jahre dauern.

Neulich in Kapstadt
Eine Fußgängerin, Touristin aus Deutschland, wurde auf dem Seitenstreifen einer kleinen Straße schwer angefahren. Krankenwagen, gottseidank keine Fahrerflucht, Notaufnahme; aber: keine Aufnahme ins Krankenhaus bevor nicht die Deckungszusage einer Krankenversicherung vorliegt. Die Fußgängerin hatte vor Antritt der Reise eine umfassende Auslandskrankenversicherung bei einem sehr großen Versicherungskonzern aus M. abgeschlossen. Die werben mit einer 24-Stunden-Notfall-Telefonleitung und Einloggdaten ins Netz, mit denen man einer Klinik z.B. in Afrika eine volle Deckungszusage nachweisen können soll. Die Einloggdaten muss man dann Tag und Nacht dabeihaben und die Leitung muss besetzt sein – jemand muss ans Telefon gehen. Wenn man mit einem, zwar stabilen, aber immerhin, Beckenbruch in Kapstadt auf einer Liege in der Notaufnahme liegt, gottseidank einen telefonierfähigen Ehemann an der Seite, aber dann bei jenem sehr großen Versicherungskonzern in einer Wochenendnacht über Stunden niemanden erreicht, dann geht es einem nicht sehr gut.

Wer in solch einer Situation seine Versicherungspolice bei einem wirklichen Menschen, z.B. dem schleswigholsteinischen Generalagenten jenes wirklich großen Versicherungskonzerns aus M., FB aus RD, abgeschlossen hat, der kann in größter Not noch versuchen, den anzurufen. For to shorten a longer story: Ein Mensch ging ans Telefon und schickte anschließend ein Fax mit voller Deckungszusage. Die junge Frau wurde auf die Station aufgenommen und paar Tage später erfolgreich operiert. Das alles wurde mit den guten alten analogen Sitten und Gebräuchen angestoßen – dann konnte alles weitere, zB. der notwendige Datentransfer, digital erledigt werden.

Also zum Mitschreiben:
Das Netz ersetzt keine Menschen, die bereit und in der Lage sind, zu telefonieren. Und deswegen, liebe Kinderchen und Heranwachsende und Whatsappler aller Art: Nutzt Eure Telefone – zum Miteinander sprechen. Und nicht nur zur Verbreitung von (ok, jetzt schätzt der liebe alte Onkel mal sehr voreingenommen und subjektiv) zu 95% entbehrlichen Sinnfrei-Texten nebst Bildchen und niedlichen Filmchen, in denen Nilpferde oder sonst so tanzen. Denn manchmal kann es wichtig sein – geht also ran. Und glotzt nicht nur 24 Stunden drauf.

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