Gegen das Vergessen – Raritäten mit Biss

Jens Mecklenburg, Cadmos Verlag, 128 Seiten, 19,90 Euro.
Jens Mecklenburg, Cadmos Verlag, 128 Seiten, 19,99 Euro.

Kennen Sie die Ackerpille, Weiße Bete, Topinambur, Guter Heinrich, Vogelmiere? Nein? Schade. Ihnen entgeht was. Vor einigen Jahrzehnten kannte sie noch fast jeder, war die Palette der angebotenen heimischen Gemüse- und Kartoffelsorten, das Wissen um essbare Wildkräuter wesentlich breiter als heute.

Viele dieser „Raritäten mit Biss“ sind heute fast völlig vom Markt verschwunden. Doch einige werden auch wieder neu entdeckt und bekannter. Alte Landsorten und regionale Spezialitäten werden wieder mehr nachgefragt. Besonders Biobauern setzen sich verstärkt für mehr Sortenvielfalt, für den Erhalt alter Kultur- und Nutzpflanzen ein. Gut so, denn es wäre schade, wenn unsere alten Gemüsesorten und die Kräuter der Natur, die über Jahrhunderte geschätzt wurden und sich bewährt haben, zu vergessenen Genüssen würden. Wenn wir nur noch global gehandeltes Einheitsgemüse kaufen könnten. Die Geschmacksvielfalt würde arg leiden.

„Gegen das Vergessen“ lautet daher das Motto des Buches des Kieler Genussexperten Jens Mecklenburg. Doch was gibt es alles für alte Sorten? Wie ist ihre Geschichte? Was mache ich mit ihnen in der Küche? Das Buch gibt Antworten und stellt die wichtigste Gemüsesorten,Kartoffeln, Kürbisse, Salate & Wildkräuter sowie Speisepilze vor. Eben „Vergessene Genüsse – Raritäten mit Biss“. Die Beiträge erschienen zwischen 2006 und 2009 als wöchentliche Kolumne in den „Kieler Nachrichten“. Für das Buch hat der „Lebensart im Norden“ Gastro-Experte die interessantesten Kolumnen ausgewählt, überarbeitet und sie um jeweils um ein persönliches Rezept erweitert. Die meisten Rezepte sind einfach nachzukochen. Sie entsprechen seiner Philosophie mit guten und besten Ausgangsprodukten entspannt, einfach und lecker zu Kochen.

Der Autor plädiert dafür Pastinake, Blauer Schwede, Hirschhornwegerich, Römischen Ampfer und Friséepilz ein neue Chance zu geben. Wir profitieren alle davon, zeigt er sich überzeugt: die Natur, engagierte Landwirte, nachfolgende Generationen und unsere Geschmacksnerven. Schmecken die „Raritäten mit Biss“ doch unvergleichlich besser als ihre Verwandten aus der EU-genormten Landwirtschaft. Esst, was Ihr retten wollt, ist seine sympathische Philosophie und die des Buches.

Jens Mecklenburg, Cadmos Verlag, 128 Seiten, 19,90 Euro.

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