Dolle Knollen – Mit heimischen Kartoffeln genussvoll über den Winter

In den Andenstaaten Südamerikas wurde sie schon vor rund 2.000 Jahren kultiviert. Im 16. Jahrhundert kam das „Gold der Inkas“ dann auch nach Deutschland, doch es brauchte noch 200 Jahre bis der Erdapfel, die Kartoffel, auch hier heimisch und populär wurde. Erst während der großen Hungersnot im 18. Jahrhundert überwand die Bevölkerung ihre Skepsis gegenüber der bis dahin für giftig gehaltenen Knolle.

Trotz großer Hungersnöte konnte Friedrich der Große der bäuerlichen Bevölkerung die damals noch exotische Pflanze nur durch eine List schmackhaft machen. Er ließ ein Kartoffelfeld nahe Berlin von seinen Soldaten streng bewachen. Sein Plan ging auf: Was wie ein Schatz bewacht wird, muss wertvoll sein. Die Neugier der Bauern war geweckt. Sie stahlen Kartoffeln und bauten sie dann selber an. Im Siebenjährigen Krieg (1756-1763) wurde die Kartoffel dann endgültig zu einem Grundnahrungsmittel. Weil sie gesund ist und einfach gut schmeckt. Heute zählt die Speisekartoffel zu den beliebtesten Nahrungsmitteln im Norden. Das Land zwischen den Meeren ist nicht nur das Land, wo der Raps blüht und die Milch in Strömen fließt, sondern auch ein Kartoffeleldorado. 200.000 Tonnen holen die schleswig-holsteinischen Bauern in bester Qualität jedes Jahr für uns vom Feld.
Wie zum Beispiel die Familie Burmeister aus Wakendorf. Der Hof mit schmucken Hofladen wird in der 4. Generation von Thies und Wiebke Burmeister geführt. Seit 1986 werden ihre Qualitätskartoffeln auf 200 ha (sie bauen 20 Sorten an, u.a. Belana, Laura, Linda) vom Gütezeichen geprüft und ausgezeichnet. Am 8. Oktober lockt ein großes Kartoffel-Hoffest bei der sympathischen Familie. „Schleswig-Holstein, Kartoffeln und das Gütezeichen gehören einfach zusammen“, sagt Thies Bur­meister schmunzelnd.
Auch auf Gut Schirnau hat man sich auf die dollen Knollen spezialisiert. Als Meierhof gehörte der Betrieb seit 1503 als Außenstelle zum Gut Sehestedt. Seit 1919 ist der Betrieb im Besitz der Familie von Gyldenfeldt/Fedder. Familie Fedder bewirtschaftet den großen Hof mit acht Mitarbeitern. Um die Kartoffelkultur zu pflegen, haben sie eine Kochschule gegründet und das erste „Ackertaxi“ in Schleswig-Holstein entwickelt. In Schirnau kann man den Weg der Kartoffel von A wie Anbau bis Z wie Zubereitung mit allen Sinnen erleben.
„Bei uns können auch Kindergärten und Schulklassen die Natur und die Landwirtschaft hautnah erleben“, sagt Carsten Fedder. Lernen durch Erleben, ist sein sympathisches Motto.
Was darf es sein? Mehlige Kartoffeln, halbfeste, oder fest kochende, frühe oder späte Sorte, gelb oder rotfleischige Knollen? Auch die Möglichkeiten sie zuzubereiten sind äußerst vielfältig: Bratkartoffeln, Kartoffelpüree, Kartoffelkroketten, Kartoffelpuffer, Kartoffelgratin, Kartoffelknödel, Kartoffelsalat, Pellkartoffeln, Petersilienkartoffeln, Salzkartoffeln. Selbst gemachte Pommes sind bei Kindern ein Hit. Egal was Sie kochen – Hauptsache (Gütezeichen)Kartoffeln. Denn der gute Geschmack ist ganz nah.

Kartoffeln lagern

Die Ernte lagerfähiger Sorten beginnt im September, frühe Sorten sind nicht lagerfähig. Gelagert werden die Knollen am besten bei vier bis sechs Grad in einem gut belüfteten, trockenen, dunklen Raum. Durch die modernen Kühlanlagen der Bauern, bekommt man im Handel auch im Winter immer frische Ware. Im Haushalt eignet sich das Gemüsefach des Kühlschranks gut für die Lagerung.

Kartoffeln sind kalorienarm und gesund

Kartoffeln haben ihr falsches Image als „Dickmacher“ längst abgelegt.
Im Gegenteil: Sie sind sogar kalorienarm, denn sie enthalten rund 80 Prozent Wasser. Dabei ist die Knolle ein sehr nahrhaftes Lebensmittel: Sie enthält 19 Prozent Kohlenhydrate und ist reich an B und C-Vitaminen. Zudem zählt sie zu den kaliumreichsten Nahrungsmitteln und enthält wichtige Spurenelemente wie Magnesium, Natrium, Kupfer, Mangan, Fluor, Eisen und Jod. Die Kartoffel eignet sich aber auch für die Ernährung von Figurbewussten, denn 100 g Kartoffeln haben nur 68 Kalorien.

Infos: www.gqsh.de, www.hof-burmeister.de, www.gut-schirnau.de
Kartoffeln vom Direktvermarkter findet man auch unter
www.gutes-vom-hof.sh

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