Darf’s noch ein Wasser sein?

Auch wenn es nicht den Anschein macht – wir bestehen zu mehr als der Hälfte aus Wasser. Das durchsichtige Lebenselixier ist Bestandteil jeder einzelnen Zelle und ermöglicht das reibungslose Funktionieren unseres Körpers. Pro Tag verlieren wir etwa zwei Liter Flüssigkeit, die es – gerade jetzt im Sommer – wieder aufzufüllen gilt, will man Funktionseinbußen oder Folgeschäden am eigenen Körper vermeiden. 

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Wasser übernimmt in unserem Körper wichtige Aufgaben. Es dient als Lösungs- und Transportmittel für den Stoffwechsel, ist wichtiger Reaktionspartner bei biochemischen Reaktionen und spielt nicht zuletzt die entscheidende Rolle bei der Thermoregulation des Körpers, indem es in Form von Schweiß zur Kühlung beiträgt. 

Wieviel Wasser braucht der Körper?

Eine universell gültige Regel für den menschlichen Wasserbedarf existiert nicht, die Richtwerte unterscheiden sich je nach Quelle, bewegen sich im Normalfall aber zwischen einem und drei Litern Flüssigkeitszufuhr pro Tag. Am besten geeignet ist dabei reines Wasser, aber auch ungezuckerte Tees können als Getränk herangezogen werden. Getrunken werden sollte oft und in kleinen Mengen. Wer mehr als einen halben Liter auf einmal trinkt, der verliert das Wasser relativ schnell wieder über den Urin. Aber was passiert, wenn man den Mindestbedarf an Wasser unterschreitet? Zwar kann der Körper im Extremfall bis zu drei Tage ohne Wasser auskommen, jedoch stellen sich schon bei zwei Prozent Flüssigkeitsverlust in Bezug auf die Körpermasse erste Mangelsymptome ein, da der Körper nun an die eigenen Reserven geht. Verspürt man also eine trockene Mundschleimhaut und ein großes Durstgefühl sollte man zum Wasser greifen. Ferner können sich Symptome wie trockene Augen und juckende Haut einstellen, aber auch Müdigkeit, Erschöpfung, Gelenk- und Muskelschmerzen sowie Verdauungsbeschwerden und eine vermehrte Zellalterung sind ein Zeichen von zu wenig Flüssigkeit. Chronischer Wassermangel wird mit Krankheiten wie Depressionen, Bluthochdruck, Diabetes Typ 2 und Asthma in Verbindung gebracht. 

Übrigens: Wer des Öfteren von plötzlichen Heißhungerattacken überfallen wird, der könnte vielleicht unter chronischem Wassermangel leiden. Hat man die kleinen Anzeichen des Durstes lange genug ignoriert, versucht der Körper in manchen Fällen den Flüssigkeitsmangel über Essen auszugleichen, um darüber die benötigte Flüssigkeit zu bekommen. Wer also Heißhunger verspürt, der kann es auch erstmal mit ein oder zwei Gläsern Wasser versuchen, anstatt sofort zum Kühlschrank zu gehen. Möglicherweise ist der Hunger dann gestillt.